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Nach Beständen in Paderborn ist jetzt auch Bad Lippspringe betroffen

Faulbrut-Ausbruch bei Bienen breitet sich aus

Paderborn (WB/bel). Bittere Nachricht für die Imker im Kreis Paderborn: Auch in einem Bienenstand in Bad Lippspringe ist die Amerikanische Faulbrut (AFP) ausgebrochen. Rund um den Ausbruchsort wurde deshalb vom Kreis Paderborn ein Sperrbezirk mit einem Radius von einem Kilometer angeordnet. Durch die strikten Auflagen sind weitere elf Imker betroffen.

Bei Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut muss ein Bienenbestand nicht unbedingt getötet werden. Auch im Kreis Paderborn konnten wie jüngst auch im Westen Paderborns Bestände durch das Kunstschwarmverfahren gerettet werden. Foto: dpa/Patrick Seeger

Bereits vor zwei Monaten war auch in drei Bienenbeständen in Paderborn die Seuche ausgebrochen. Hier waren durch den Sperrbezirk insgesamt 27 Imker betroffen.

Damit sind derzeit insgesamt 39 von 508 registrierten Imker im Kreis Paderborn von dieser bakteriellen Infektion der Bienen betroffen. Die Errichtung der Sperrbezirke hat erhebliche Auswirkungen auf die Imkerei: Innerhalb des Sperrbezirks müssen alle Bienenvölker und Bienenstände auf Amerikanische Faulbrut amtstierärztlich untersucht werden, schreibt die Tierseuchenverfügung vor. Diese Untersuchungen sind frühestens zwei Monate, spätestens neun Monate nach der Tötung oder Behandlung der an der Seuche erkrankten Bienenvölker des verseuchten Bienenstandes zu wiederholen.

Bienen können wohl gerettet werden

Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte und benutzte Gerätschaften dürfen außerdem nicht aus den Bienenständen entfernt werden. Umgekehrt dürfen Bienenvölker oder Bienen nicht in den Sperrbezirk umgesiedelt werden.

Fadenziehendes Material in der Wabe, eingefallene Brutdeckel und fauliger Geruch sind die klassischen Symptome dieser Tierseuche. Der jetzt betroffene Imker in Bad Lippspringe hat diese Anzeichen richtig gedeutet und sich an das Veterinäramt in Paderborn gewandt. Proben wurden eingeschickt, der Erreger »Paenibacillus larvae« der AFB ist nachgewiesen. Die bakterielle Erkrankung konnte bisher ausschließlich in Honigbienen nachgewiesen werden. Für ausgewachsene Bienen ist sie ungefährlich, vernichtet aber die Bienenbrut.

Der betroffene Imker besitzt drei Bienenvölker. »Wir gehen davon aus, dass alle Bienen durch das Kunstschwarmverfahren gerettet werden können«, betont Kreisveterinärin Marlies Bölling.

Hobbyimker sollen sich melden

Bei dem Verfahren müssen die Bienen erst einmal umziehen und bekommen dann ein neues Zuhause. Der mit dem Erreger der AFB kontaminierte Bienenstock sowie die für das Kunstschwarmverfahren verwendeten Gerätschaften werden sorgfältig gereinigt und desinfiziert. Die Rähmchen der Waben müssen vernichtet werden. Auf die neue Behausung kommt dann ein Absperrgitter, damit sich der Schwarm festsetzen kann. Später können die Bienen in ihr frisch saniertes Zuhause zurückkehren.

Die Imker werden entschädigt. Deshalb sollten alle Imker, auch Hobbyimker, sofern noch nicht geschehen, ihre Bestände umgehend, spätestens bis zum 30. August, beim Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Kreises Paderborn anzeigen. Tel. 05251/308-3952, Fax 05251/308-3999, E-Mail: veterinaeramt@kreis-paderborn.de melden. Genannt werden sollten Name, Anschrift, Telefonnummer sowie Standort und Anzahl der Bienenvölker.

Gerade in den vergangenen Monaten gaben es zahlreiche Initiativen vor Ort, Bienenvölker zu unterstützen. So hat der Kreis Paderborn allein 5000 Saatguttüten für Blühwiesen zur Verfügung gestellt und ein Bienenhotel direkt bei der Verwaltung eingerichtet. Auch an der Gesamtschule Bad Lippspringe hat eine Bienen-AG mit einem Imker einen Bienengarten angelegt.

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