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Corona-Schutzmaßnahme: Paderborner Residenz-Apotheke beteiligt sich an Lieferservice für Menschen über 60

FFP2-Masken bis vor die Haustür

Paderborn/Borchen...

Menschen, die älter als 60 Jahre sind oder zur Corona-Risikogruppe zählen, können sich jetzt FFP2-Masken kostenlos an die Haustür liefern lassen. Einen entsprechenden Service, der zunächst Paderborn, Borchen und Bad Lippspringe umfasst, hat die Residenz-Apotheke zusammen mit der Emotive Systems GmbH und deren Start-up Puremask.de gestartet.

Dietmar Kemper

Apotheker haben FFP2-Masken in großer Zahl eingekauft und geben sie gegen Berechtigungsscheine an die Kunden ab. Neu in Paderborn ist ein Lieferdienst für die stark gefragten Medizinprodukte. Foto: Friso Gentsch/dpa

Ziel sei es, lange Schlangen vor den Apotheken zu vermeiden, sagte der Inhaber der Residenz-Apotheke, Jan Hermesmeier, dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT. „Wir haben in der Residenz-Apotheke in der ersten Welle 1400 Kunden mit den Masken versorgt, 1000 allein zwischen dem 15. und 24. Dezember“, blickte Hermesmeier zurück.

Schlangen vor den Apotheken und Gedränge darin seien angesichts des Infektionsgeschehens nicht wünschenswert. Der Service richte sich nicht zuletzt an Leute, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder Angst haben, das Haus zu verlassen.

Jeder, der älter als 60 ist und der Risikogruppe angehört, habe ein Anrecht auf zwölf FFP2-Masken, erläuterte der Vorsitzende des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe für den Kreis Paderborn, Manfred Kesselmeier. Im Januar und Februar bekämen die Betroffenen die entsprechenden Berechtigungsscheine von den Krankenkassen automatisch zugeschickt. Pro Berechtigungsschein werde eine Eigenbeteiligung von zwei Euro fällig. Die Apotheken treten bei den Kosten für die Beschaffung der Masken finanziell in Vorleistung, bekommen den Aufwand vom Bundesgesundheitsministerium aber „gut bezahlt“, wie Kesselmeier sagte.

Jan Hermesmeier, Inhaber der Residenz-Apotheke

Auch er stellte im Dezember, als es die Berechtigungsscheine noch nicht gab, einen wahren Ansturm auf die Masken fest, die einen höheren Schutz vor dem Coronavirus versprechen. Am 15. Dezember seien allein in einer Apotheke 2400 Masken an 800 Personen weitergegeben worden.

Der neue Lieferservice funktioniert so: Wer Masken haben möchte, ruft die Seite www.maskenservice-paderborn.de auf und füllt das Bestellformular aus. Es ist möglich, einen Wunschzeitraum für die Lieferung anzugeben. Die einzeln verpackten Masken der Marken Baner und LEMOAT stammen von zwei „erfahrenen Herstellern“ und kommen innerhalb von ein bis drei Werktagen an. Die Eigenbeteiligung von zwei Euro je sechs Masken wird in bar an der Haustür bezahlt, der Berechtigungsschein ist dabei vorzuzeigen.

Damit es zu einer kontaktfreien oder zumindest kontaktarmen Übergabe kommt, empfiehlt Jan Hermesmeier: „Die Patienten sollten das Geld abgezählt bereithalten und in eine Dose werfen. Der Kurier trägt eine FFP2-Maske.“ Die Logistik übernimmt die Emotive Systems GmbH. Aufgrund „vieler Fälschungen und unseriöser Vertriebswege“ warnt Apothekensprecher Manfred Kesselmeier davor, bei unbekannten Anbietern im Internet Masken zu bestellen. Unbedenklich sei das bei Apotheken, Gesundheitsämtern und öffentlichen Leistungserbringern. Auch der Gang zur Apotheke berge, so der Sprecher, keine großen Risiken. Dort werde alles getan, um die Ausgabe der Masken sicher zu gestalten.

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