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Auch Filiale in Schloß Neuhaus geschlossen – Folgen der Pandemie als Ursache genannt

Fleischerei Damisch hat Betrieb eingestellt

Paderborn-Schloß ...

Die Damisch Genuss-Manufaktur, seit dem 1. Juni 2020 Nachfolgebetrieb der einst renommierten Fleischerei Damisch, hat mit ihren Läden an der Hatzfelder Straße in Schloß Neuhaus sowie in Bielefeld an der Hauptstraße und im Nahkauf an der Obernstraße nun auch ihre letzten Geschäfte geschlossen. Wie und ob es mit der Firma weitergeht, ist unklar.

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Das Geschäft der Damisch Genuss-Manufaktur an der Hatzfelder Straße ist seit einiger Zeit geschlossen. Foto: Jörn Hannemann

„Zu vermieten“ steht an der Glasfront der Fleischerei in Schloß Neuhaus. Wie berichtet, war die Filiale am 18. Dezember 2019 eingeweiht worden. Der damalige Betreiber war in die ehemaligen Räume der Fleischerei Wießner eingezogen und hatte die Wand zum benachbarten Bäcker herausgebrochen, um einen großen Raum zu bekommen. In den ersten Wochen war das Geschäft laut dem damaligen Betreiber sehr gut angelaufen „Die Leute sind froh, dass es hier wieder eine Fleischerei gibt“, sagte damals Christian Damisch. Ein Schild an der Filiale in Bielefeld-Brackwede gibt Hinweise auf die Gründe der Schließung. „Wir schließen endgültig“, steht dort auf einem Zettel am Fenster. Und weiter: „Leider haben wir durch Corona nicht die Einnahmen erzielt, die für eine Weiterführung des Geschäftsbetriebs nötig wären.“ Auf dem Zettel wird allerdings angekündigt, dass es „voraussichtlich demnächst“ mit einer Bielefelder Fleischerei weitergehen werde. Ob diese Hoffnung auch für den Standort in Schloß Neuhaus gilt, ist nicht bekannt.

Ein Aushang an der Fleischerei-Filiale in Bielefeld-Brackwede

In Bielefeld hält sich das Gerücht, dass die Damisch Genuss-Manufaktur insolvent ist. Lars Wilczynski, Inhaber der Fleischerei Kohlstedde und Obermeister der Fleischer-Innung Bielefeld, betont hingegen: „Der Geschäftsbetrieb bei Damisch ruht zwar, aber ein Insolvenzantrag ist bisher nicht gestellt worden.“ Alles andere sei reine Spekulation. Wolfgang Isermann, nach Stefan Meyer letzter Geschäftsführer bei Damisch, sagte dieser Zeitung, ihm sei nichts Näheres zur Zukunft des Betriebes bekannt. Er habe seine Geschäftsführertätigkeit zum 5. Januar niedergelegt, weil „wir da nicht so zusammen passten“.

Der im Juni 2020 eingesprungene Investor, eine mit den Damischs befreundete Familie, hatte sich durch einen abermaligen Geschäftsführerwechsel einen positiven Effekt erhofft. Aus dem Umfeld der Familie war jetzt aber zu erfahren, dass dieser Effekt ausgeblieben sei. Derzeit gebe es zwei Optionen: Entweder gelinge ein Neustart oder andere Betriebe aus der Branche übernähmen die Geschäfte. Die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen. Die zuletzt 22 Mitarbeiter sollen vorsorglich ihre Kündigungen erhalten haben. Nach Informationen dieser Zeitung sind bereits Damisch-Mitarbeiter für andere Fleischerbetriebe tätig.

Die 1965 von Fleischermeister Siegfried Damisch gegründete Fleischerei hatte, wie berichtet, am 17. Oktober 2019 erstmals Insolvenz angemeldet. Außer den damals fünf Bielefelder Filialen und dem Jahnplatz-Pavillon betrieb Damisch seinerzeit drei Geschäfte in den Hauptbahnhöfen Düsseldorf und Hannover sowie im Berliner Bahnhof Friedrichstraße. Weil die Bahn die Mietverträge nicht verlängerte, musste Damisch die drei Geschäfte schließen, was die Firma in finanzielle Schieflage gebracht haben soll. Die Familie Damisch zog sich zurück und betreibt heute nur noch den Imbiss auf dem Bielefelder Jahnplatz.

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