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Unternehmen hat neuen Eigentümer – Vier Filialen werden fortgeführt, zwei geschlossen

Fleischerei Damisch nach Insolvenz gerettet

Schloß Neuhaus/Bielefeld (WB). Die Fleischerei Damisch, die im Oktober 2019 Insolvenz anmelden musste, hat einen neuen Eigentümer. Wie Insolvenzverwalter Dr. Yorck Streitbörger mitteilte, übernimmt Stefan Meyer, der zuletzt Küchenchef der Fleischerei war, das Unternehmen als Geschäftsführer. Meyer soll die Fleischerei, die seit Ende 2019 auch eine Filiale in Schloß Neuhaus betreibt, fit für die ­Zukunft machen. Auch der Name Damisch soll bleiben.

Matthias Band

Das Bild zeigt die Damisch-Filiale an der Hatzfelder Straße in Schloß Neuhaus. Foto: Thomas Kickert

Die Filialen in Bielefeld-Senne, Bielefeld-Brackwede, in der Bielefelder Innenstadt und die Filiale in Schloß Neuhaus, die seit wenigen Wochen wieder geöffnet ist, werden zum 1. Juni von der zu diesem Zweck gegründeten Damisch Genuss-Manufaktur GmbH übernommen. 27 Arbeitsplätze sollen dadurch nach Angaben des Insolvenzverwalters erhalten bleiben. Die Filialen im Bielefelder Shoppingcenter Loom und in einem Realmarkt bleiben allerdings bis auf Weiteres geschlossen. Dort seien die Umsätze aufgrund der Corona-Pandemie so stark eingebrochen, dass eine wirtschaftliche Fortführung nicht möglich gewesen sei, sagt Streitbörger. Das Wurstbuden-Rondell am Bielefelder Jahnplatz wollen Christian Damisch und sein Schwager Alexander Diemann in bewährter Manier weiter be­treiben, heißt es.

Geplant ist auch eine hauseigene Schlachtung

Darüber hinaus wird der Produktionsstandort in Bielefeld-Senne, der für größere Mengen ausgelegt sei, aufgegeben. Für dieses Gebäude werde eine neue Nutzung oder ein Käufer gesucht. „In den neuen Produktionsräumen in Schloß Holte-Stukenbrock wird Fleischer Christoph Mertens, bekannt aus dem Paderborner Land, die Damisch-Rezepturen erhalten und mit neuen Kompositionen das Sortiment erweitern“, sagt Streitbörger. Mertens lege viel Wert auf natürliche Rohstoffe, die er zu raffinierten Spezialitäten verarbeite. Die gewohnt hohe Qualität von Damisch bleibe somit erhalten. Geplant ist auch eine hauseigene Schlachtung. „Wir schaffen es nun, von der Schlachtung bis hin zur fertigen Rostbratwurst alles unter einem Dach zu produzieren“, sagt Geschäftsführer Meyer.

Geschäfte in Düsseldorf, Hannover und Berlin wurden geschlossen

Das 1965 von Siegfried Damisch gegründete Familienunternehmen war im vergangenen Jahr in finanzielle Schief­lage geraten. Die Geschäfte in den Hauptbahnhöfen in Düsseldorf und Hannover sowie im Bahnhof Friedrichstraße in Berlin mussten geschlossen werden. Mehr als 50 Mitarbeiter verloren ihren Job. Als Hauptgrund der prekären Lage hatten Christian und Martin Damisch, die gemeinsam mit ihrer Schwester Gisela Tiemann-Damisch die Verantwortung inne hatten, die Geschäftspolitik der Deutschen Bahn genannt. Diese habe die Mietverträge mit Damisch für deren Filialen nicht mehr verlängern wollen.

Danach hatte die Fleischerei versucht, sich auf die ostwest­fälische Heimat zu konzentrieren. Ende 2019 zog sie in die leer stehenden Räume an der Hatzfelder Straße ein, wo sich die Umsätze nach der Neueröffnung sehr gut ent­wickelt hätten . Die noch vier bestehenden Damisch-Filialen blicken laut Geschäftsführer Meyer in eine „rosige Zukunft“. Auch mit Hilfe neuer Medien sollen sich die Verbraucher künftig transparent von der Arbeitsweise der Damisch Genuss-Manufaktur überzeugen.

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