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Bronzefiguren zieren jetzt das Umfeld der Kliniken in Bad Lippspringe

Flötenspieler haben eine neue Heimat

Bad Lippspringe (WB/kar). In der Badestadt kannte sie jeder. Bis 2014 schmückten die zwei Flötenspieler-Skulpturen die örtliche Fußgängerzone, danach verschwanden sie im Depot des Bauhofs. Jetzt haben die zwei Bronzefiguren ein neues Zuhause gefunden.

Einer der beiden Flötenspieler hat einen neuen Standort an der Klinik Martinusquelle gefunden. Darüber freuen sich (von links): Fritz Möller, Vorsitzender des Fördervereins Gartenschau, Achim Schäfer, MZG-Geschäftsführer, Burkhard Grenz, Leiter des Volksbank Beratungscenters Bad Lippspringe, und Bürgermeister Andreas Bee. Foto: Klaus Karenfeld

Rückblick: 1995 feierte die Stadt Bad Lippspringe ihr 550-jähriges Bestehen. Zum Geburtstag trafen nicht nur zahlreiche Glückwünsche im Badestädter Rathaus ein. Es gab auch das eine oder andere Geschenk.

Besonders in Erinnerung geblieben ist eine Bronze-Plastik, gestiftet von der damaligen Volksbank Paderborn. Der »Hirtenjunge mit der Flöte« wurde von zwei namhaften polnischen Künstlern geschaffen, von Elzbieta Szczodrowska-Peplinska und Robert Peplinski. Am Eingang zum Arminiuspark fand der Hirtenjunge einen prominenten Platz.

Aber das war noch nicht alles: 2006 machte die Volksbank der Stadt einen weiteren Hirtenjungen zum Geschenk. Aus welchem Anlass genau das geschah, ist bis heute unbekannt.

Nie ganz in Vergessenheit geraten

Im Jahr 2014 gab es Überlegungen in der Stadtverwaltung, die Fußgängerzone weitläufiger und großzügiger zu gestalten. Das Martinsdenkmal unterhalb der Detmolder Straße stand diesen Plänen im Wege. Nach langem Hin und Her kam man überein: Einer der Hirtenjungen sollte durch das Martinsdenkmal ersetzt und bis auf Weiteres im Depot des Bauhofes eingelagert werden. Das gleiche Schicksal ereilte später auch seinen Zwillingsbruder.

»Die zwei Hirtenjungen sind zwar schön anzusehen, einen konkreten Bezug zu Bad Lippspringe aber haben sie nicht«, machte Bürgermeister Andreas Bee rückblickend deutlich. Seine Einschätzung ist nachvollziehbar: Die Volksbank Paderborn hatte seinerzeit gleich mehrere Bronzeplastiken mit dem Hirtenjungen-Motiv anfertigen lassen und verschiedenen Städten zum Geschenk gemacht.

Ganz in Vergessenheit geraten sind die beiden Bad Lippspringer Exemplare aber nicht. Erst kürzlich hat der Förderverein Gartenschau eine große Versteigerung auf dem örtlichen Bauhof veranstaltet. Rotweiße Bänke, Stühle und Wasserspeier aus der guten alten Zeit des Kaiser-Karls-Parks kamen dabei unter den Hammer. Dabei wurde kurzzeitig auch überlegt, die beiden Hirtenjungen in die Auktion zu bringen.

Doch es kam anders. »Uns war es wichtig, dass die beiden hübschen Bronzeplastiken wieder einen Platz im öffentlichen Raum finden«, machte der Vorsitzende des Fördervereins, Fritz Möller, im Gespräch deutlich. Das sah auch Burkhard Grenz so, der Leiter des örtlichen Volksbank-Beratungscenters. Gemeinsam suchten sie nach einem neuen Standort. Nach Rücksprache mit dem Medizinischen Zentrum für Gesundheit und dessen Geschäftsführer Achim Schäfer wurden sie fündig. So ziert der eine Hirtenjunge seit Kurzem den grünen Eingangsbereich der Klinik Martinusquelle, der andere schmückt die Außenanlage der Teutoburger-Wald-Klinik. Als kleines Dankeschön spendierte die Volksbank dem Förderverein 500 Euro, so dass sich der Versteigerungserlös abzüglich der Kosten auf etwa 3100 Euro belief. Das Geld will der Förderverein in das Gartenschaugelände investieren.

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