„Glanzlichter“-Ausstellung in Paderborn mit 60 herausragenden Bildern

Fotografische Liebeserklärungen

Paderborn (WB). Von der Amsel bis zum Zitronenfalter: Eine Schau im Naturkundemuseum zeigt von Freitag, 31. Januar, an bis zum 26. April wieder beeindruckende Naturbilder. Eröffnet wird sie um 19 Uhr im Audienzsaal des Schlosses in Schloß Neuhaus.

Da muss man genau hingucken: „Allein im Herbstlaub“ heißt dieses beeindruckende Foto von Massimo Santoro aus Italien. Foto:

Naturfotografien aus aller Welt werden die Besucher bei der neuen Auflage der Reihe „Glanzlichter“ wieder in ihren Bann ziehen. Gezeigt wird eine exklusive Auswahl von rund 60 Aufnahmen, die für den Wettbewerb eingereicht wurden. Insgesamt habe es mehr als 18.600 Einsendungen aus 39 Ländern gegeben, erläutert der Leiter des Naturkundemuseums Sven Mecke. Neun Prozent der Teilnehmer kamen aus China. Wilde Landschaften, Pflanzen im Herbstlicht und allerlei kleine und große Tiere haben die Fotografinnen und Fotografen mit ihren Kameras eingefangen.

Auf einem Bild pirscht sich eine große Bärin an. Ihren Kopf hat sie geneigt, ihr Maul etwas geöffnet und die Kohlmeise, die nur einige Meter entfernt auf einem Felsen sitzt, hat sie fest im Blick. Für den kleinen Vogel eigentlich eine beunruhigende Situation, doch er schaut eher gleichgültig in die Ferne.

Diese fesselnde Momentaufnahme ist der Österreicherin Michaela Walch gelungen. Das Bild hat sie „David und Goliath“ genannt und damit den Naturfoto-Wettbewerb „Glanzlichter 2019“ gewonnen. Ihre Aufnahme entstand in Slowenien, wo sich Walch annähernd fünf Stunden in einer Tarnhütte versteckte und die Bärin beobachtete. Bei ihrer Beobachtung der Bärin fiel Walch die Kohlmeise auf, die dem Raubtier um die Ohren flog. Für den Bruchteil einer Sekunde ließ sich der Vogel in der Nachbarschaft auf einem Felsen nieder und Walch drückte ab.

„Dieses Jahr hat mit dem Bären-Bild ein eher einfaches Bild gewonnen“, sagt Sven Mecke. Dennoch sei es faszinierend. Der „Glanzlichter-Nachwuchs-Naturfotograf 2019“ ist der 17-jährige Riccardo Marchegiani aus Italien mit seinem Bild „Familie“ geworden. In Indonesien fotografierte Marchegiani während einer Bootsfahrt durch den Regenwald eine Gruppe Borneo-Orang-Utans. Auf seinem Bild sieht man eine Orang-Utan-Mutter, die mit einem Jungtier auf den Schultern zum Wasser kommt, um zu trinken. Besonders beeindruckend ist die Spiegelung im Wasser.

Die „Glanzlichter 2019“ wandern als Ausstellung zwei Jahre lang durch Deutschland und Italien und werden dort in Museen, Naturparks und Nationalparks sowie in Galerien gezeigt. Zur Ausstellung ist auch ein Buch erschienen. Auf 144 Seiten sind nicht nur die Fotos der Sieger, sondern auch Aufnahmedaten und die Geschichten zum jeweiligen Bild nachzulesen. Es ist für 20 Euro an der Kasse des Naturkundemuseums erhältlich.

Im Audienzsaal des Schlosses wird am Dienstag, 4. Februar, um 19.30 Uhr der Multimediavortrag „Wir sehen was, was du nicht siehst“ gezeigt. Am Beispiel eines ehemaligen Baggersees zeigt der Biologe und Naturfilmer Peter Hoffmann, wie der Mensch die heimische Landschaft verändert hat.

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