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Stadt informiert die Bürger über die Pläne für die Digitalisierung

Freies WLAN in der City noch 2019

Paderborn (WB). Freies WLAN in der City wünschen sich die Paderborner mit am meisten. Das wurde am Donnerstagabend beim »1. Bürger-DigiLog« im Heinz-Nixdorf-Museumsforum deutlich.

Dietmar Kemper

Moderator Tobias Venneker diskutiert mit Christoph Plass (links) und Jörg Müller-Lietzkow über die digitale Welt. Foto: Kemper

Gut 120 Männer und Frauen waren zur Premiere einer Veranstaltungsreihe erschienen, in der die Stadt ihre Pläne und Strategie für die Digitalisierung von Verwaltung, Straßenverkehr und Gesundheitssystem (digitale Patientenakte) vorstellt.

Bestanteil am Donnerstag war eine Umfrage per Smartphone unter den Gästen – mit dem Ergebnis, dass die sich nicht nur Elektroroller wünschen, sondern auch öffentliches WLAN in der Innenstadt. Christiane Boschin-Heinz, Chief Digital Officer der Stadt, versprach, das Anliegen noch 2019 umzusetzen. Dazu werde ein Kooperationsvertrag mit der Freifunk-Initiative angestrebt.

»Die Anwendungen müssen Spaß machen«

Ob die Digitalisierung vieler gesellschaftlicher Bereiche gelingt, hängt entscheidend davon ab, ob die Bürger mitziehen. »Die Anwendungen müssen Spaß machen und Erleichterungen bringen – die Kunst besteht darin, das Ganze nicht ingenieursmäßig kompliziert zu machen«, mahnte Christoph Plass von der Unity AG.

Jörg Müller-Lietzkow von der Universität Paderborn betonte: »Es geht nicht darum, die paar Metropolen in Deutschland, sondern die Mittelstädte nach vorne zu bringen.« Paderborn sei bei der Digitalisierung weiter als viele andere Kommunen – »Paderborn gilt als Blaupause«.

Wird der Straßenverkehr flüssiger?

Medienökonom Müller-Lietzkow verspricht sich von der Digitalisierung zum Beispiel Vorteile im Straßenverkehr: »Die öffentlichen Verkehrssysteme werden sich ändern, man wird schneller von A nach B kommen.« Künftig seien exakte Verkehrsvorhersagen möglich. Wenn eine Stadt die Digitalisierung vorantreibe, seien die Daten der Bürger sicher – anders als bei Google, Facebook und Co, die personalisierte Daten sammelten.

»Bringt euch ein!«, rief Bürgermeister Michael Dreier den Zuhörern zu. Digitalisierung sei ein »Instrument der Hilfe für die Bürger«. Zehn Millionen Euro habe man in den vergangenen Jahren in die Digitalisierung der Schulen investiert, für das Projekt »Digitale Patientenakte« habe man beim Land 5,4 Millionen Euro beantragt.

Hund vom Sofa aus anmelden

Der IT-Leiter der Stadt, Thomas Kloppenburg, kündigte an, das für 2020 geplante Serviceportal werde es möglich machen, abends »vom Sofa« den Hund anzumelden und digital Anträge zu stellen. Ein mit künstlicher Intelligenz ausgestatteter »Agent« helfe dabei, zudem solle es Chats mit künstlichen Maschinen (Bots) geben. Um die Herausforderungen der Digitalisierung bewältigen zu können, seien Bildung und Weiterbildung die Schlüssel, mahnte Nikolaus Risch von der Heinz-Nixdorf-Stiftung.

Der nächste »Bürger-DigiLog« wird sich kurz vor oder kurz nach den Sommerferien mit der Arbeit 4.0 befassen.

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