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Paderborner Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Hans Laven geht in Ruhestand

»Freue mich auf die Freiheit«

Paderborn (WB). 18 Jahre lang stand Hans Laven (65) der größten Sparkasse in OWL vor. Am 31. März geht er in den Ruhestand. Damit werde er sämtliche Ämter – auch in Vereinen in der Region – abgeben. Er freue sich auf die Freiheit, die er als Ruheständler haben werde, sagte er dieser Zeitung.

Ingo Schmitz

Hans Laven verabschiedet sich nach 18 Jahren als Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse in den Ruhestand. Foto: Jörn Hannemann

Hans Laven hatte ausreichend Zeit, sich auf den Ruhestand gedanklich einzurichten. Schon vor knapp einem Jahr wurde Vorstandskollege Arnd Paas (49) vom Verwaltungsrat der Sparkasse zum Nachfolger des aus Altersgründen ausscheidenden Vorsitzenden bestimmt. Obwohl seine volle Arbeitskraft bis zum letzten Tag gefragt sei, habe er bereits am 31. Dezember die Schränke und Regale in seinem Büro ausgeräumt. Dabei sei einiges Unnützes, das sich angesammelt habe, zu Tage getreten. »Vor allem Papier – es wird doch sowieso alles digital festgehalten«, stellt Laven fest.

Digitalisierung war eine große Herausforderung

»Ich benötige nur einen Zugang zum System, um arbeiten zu können. Mehr braucht es nicht«, sagt der Fast-Pensionär, der nach eigenem Bekunden den technischen Möglichkeiten sehr offen gegenüber stehe. Die Digitalisierung sei neben der Null-Zins-Phase und dem demografischen Wandel die größte Herausforderung für die Sparkasse, sagt der gebürtige Aachener, der mit seiner Familie in Paderborn schnell heimisch geworden sei.

In seiner Amtszeit (2011) ist die Sparkasse Paderborn durch die Fusion mit Detmold zur größten in OWL geworden. »Ich war zwar nicht unbeteiligt. Das rechne ich aber nicht meiner Person zu. Der Vorstand ist ein Kollegialorgan, hier kann es keine Einzelkämpfer geben«, stellt der Vorstandsvorsitzende fest.

Die Triebfeder sei damals nicht gewesen, die »Größten« zu werden. Es hätten sich vielmehr zwei starke Institute zusammengeschlossen, um noch stärker zu werden. Größe allein sei nicht erfolgreich, meint er. Bei Fusionen zähle nur das Betriebsergebnis. Und das erreiche man nur über die Zufriedenheit der Kunden, stellt Laven klar.

Bargeld nur am Automaten

Nicht nur die Fusion war eine wesentliche Veränderung. Sichtbar sei die Entwicklung auch durch den Umbau der Sparkassen-Zentrale in der Hathumarstraße geworden. Seither gibt es dort Bargeld nur am Automaten. »Dazu gab es wenig Resonanz. Wenn Sie mich als Privatperson befragen, kann ich mir vorstellen, dass Bargeld-Handling und Beratung auch in anderen Filialen getrennt werden. Aber das muss die Zeit zeigen.«

Sein größter Erfolg sei es, den »Alltag überlebt zu haben«, sagt Laven mit einem Schmunzeln. Es sei nicht immer einfach gewesen, ein Institut zu führen, das immer gewachsen sei, immer positive Betriebsergebnisse geschrieben habe und sein Kapital habe immer weiter aufstocken können.

»Wir haben uns verändert, anders aufgestellt, den Wandel mitgestaltet. Aber im Ergebnis erwarte ich das von einem Unternehmen, das seit 233 Jahren besteht. Sonst wäre es untergegangen.« Die aktuellen Entwicklungen bei Finke, Welle und Co. bezeichnet Laven vor diesem Hintergrund als drastische Ereignisse, aber normale Erscheinungen der Wirtschaftsordnung.

Hans Laven

Mit Blick auf die Immobilienpreise in Paderborn stellt Laven fest, dass es für Normalverdiener immer schwieriger werden dürfte, ein Eigenheim zu realisieren. »Ich frage mich, ob die Immobilienkäufe Ergebnisse nüchterner Kalkulation sind, oder ob es der Überfluss an Bargeld ist, dass so hohe Preise erzielt werden.« Er rechne damit, dass sich das Niveau in absehbarer Zeit halten werde.

Paderborn überzeugt, Bürgerstiftung, Kreismuseum Wewelsburg, Pro Leistungssport: In vielen Institutionen ist Laven bislang vertreten – bedingt durch sein Amt. Mit Eintritt in den Ruhestand werde er die Ämter abgeben. »Für mich wird ein neues Leben anfangen. Meine Frau und ich werden der Region treu bleiben. Uns gefällt es hier.« Er freue sich auf das Lesen von Büchern: »Das muss dann aber nicht unbedingt mehr Fachliteratur sein.«

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