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Amt verweigerte Ausstellung – Gericht verlangt weitere Unterlagen

Geduldsspiel um Geburtsurkunde

Paderborn (WB). In Paderborn geht das Geduldsspiel rund um die Geburtsurkunde für ein Mädchen weiter. Vor dem Amtsgericht erzielte der Vater des Kindes am Dienstag lediglich einen Teilerfolg. Die Stadt Paderborn sieht sich in ihrem Handeln bestätigt.

Dietmar Kemper

Am Amtsgericht in Paderborn wird der Fall behandelt. Foto: Hannemann

Christian Nkombou sagte am Dienstag: »Ich bin nicht enttäuscht, die Sache ist auf einem guten Weg.« Foto: Althoff Wie berichtet, hatte das Standesamt Paderborn sich geweigert, eine Geburtsurkunde für das im Januar 2018 geborene Kind auszustellen. Die Beamten begründeten das mit Zweifeln an der Echtheit der Geburtsurkunde des Vaters Christian Nkombou aus Kamerun.

Sie beriefen sich auf das Auswärtige Amt, das Kamerun ein »sehr unsicheres Urkundswesen« bescheinige. Die Zweifel an der Geburtsurkunde des 34-Jährigen scheinen nun aber offenbar ausgeräumt zu sein. »Nach der Rechtsmeinung der Richterin muss die Geburtsurkunde meines Mandanten nicht noch einmal überprüft werden«, fasste die Anwältin Monika Ishar am Dienstag den Verlauf des nichtöffentlichen Prozesses zusammen. Für ihren Mandanten sei das »auf jeden Fall ein Erfolg«.

Botschaft überprüft

Allerdings ist es nur ein Teilerfolg, denn Christian Nkombou und seine kamerunische Freundin müssen weiter auf die Geburtsurkunde für ihre Tochter warten. Der Druck lastet jetzt aber auf der Freundin. Der Anwalt der Frau, Bernd Geisthövel aus Paderborn, erläuterte: »Das Gericht geht beim Kindsvater davon aus, dass kein Hindernis mehr besteht, hält aber weitere Ermittlungen für nötig. Die Mutter des Kindes soll noch weitere Unterlagen vorlegen.« Welche das sind, sagte der Anwalt nicht: »Das sind Einzelheiten höchstpersönlicher Natur.«

Die Stadt Paderborn äußerte sich »sehr zufrieden«. Die Mutter des Kindes habe sich in der Verhandlung dem Vorschlag des Gerichts und des Standesamtes angeschlossen und werde weitere Unterlagen einreichen, die dann von der Deutschen Botschaft überprüft würden.

2011 eingebürgert

Die Stadtverwaltung betont: »Als Ergebnis ist festzuhalten, dass das Paderborner Standesamt das Kind mit den Angaben zur Mutter und den erläuternden Zusätzen nach Paragraf 35 Personenstandsverordnung beurkunden wird.« So könne die Geburt des Kindes etwa gegenüber Behörden nachgewiesen werden, um zum Beispiel Sozialleistungen zu beantragen. Im Paderborner Fall ruht das Verfahren so lange, bis die Mutter weitere Unterlagen einreicht.

Der Psychiater Christian Nkombou wurde 2011 in Deutschland eingebürgert. Seine Freundin, die in Paderborn studiert und nach Informationen dieser Zeitung bereits verheiratet sein soll, brachte am 26. Januar 2018 ein Mädchen auf die Welt, für das Nkombou die Vaterschaft anerkannte.

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