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Amazon baut in Mönkeloh – Nachnutzung Almepark bleibt unklar

Gewerbeflächen werden knapp

Paderborn (WB). Paderborns Gewerbeflächen laufen immer weiter zu. Wirtschaftsförderer Frank Wolters sieht die Platznot mit Blick auf die Unternehmen und deren Expansionswünsche mit Sorge. „Wir scharren regelrecht mit den Hufen. Wir brauchen die Barker-Kaserne – dringend!“, sagte Wolters auf Anfrage.

Ingo Schmitz

In Nachbarschaft zum Unternehmen Refood soll im Gewerbegebiet Mönkeloh an der Pamplonastraße das neue Amazon-Verteilzentrum entstehen. Freie Flächen für Gewerbe werden in und um Paderborn immer knapper. Fotos: Oliver Schwabe Foto:

Wie schnell die Stadt Paderborn die 54 Hektar große Kasernenfläche kaufen kann, hängt von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ab. Zunächst muss die Stadt jetzt ihr Vorkaufsrecht gegenüber der BImA erklären, danach erst wird der Wert ermittelt. Gleiches gilt für die Dempsey-Kaserne.

Auch in Mönkeloh gibt es kaum noch freie Flächen. Eine dieser wenigen Flächen zwischen Pamplona- und Navarrastraße wird ebenfalls bebaut. Der Versandriese Amazon will hier ein Verteilzentrum errichten. 150 Jobs sollen entstehen. Aktuell laufen erste Stellenausschreibungen.

Das Grundstück gegenüber dem Zollamt und dem Activity-Park habe eine Fläche von 70.000 Quadratmetern, die Halle werde aber wohl deutlich kleiner, sagte Wolters. Der Eigentümer wolle ungenannt bleiben. Als Projektentwickler ist das Unternehmen Bremer im Gespräch. Amazon werde Mieter. Weder von Bremer noch von Amazon gab es dazu eine Stellungnahme.

Frank Wolters ist bewusst, dass der Internethändler Amazon vor allem dem heimischen Einzelhandel ein Dorn im Auge ist. Allerdings handele es sich nur um einen logistischen Standort – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Zudem sei mit dem Verteilzentrum eine nicht unerhebliche Zahl an Arbeitsplätzen verbunden. Nach seinen Informationen kämen zu den 150 geplanten Stellen noch weitere hinzu – insbesondere Mitarbeiter für den Auslieferungsbereich sowie zusätzliche Kräfte für die Hochsaison-Phasen, wie zum Beispiel vor Weihnachten. Den Termin der Inbetriebnahme teilte Amazon auf Anfrage nicht mit.

Da die Übernahme der Barker-Kaserne noch dauert, macht sich Wirtschaftsförderer Wolters Gedanken über alternative Standorte für den Technologiepark, der ebenfalls voll bebaut ist. Eine große Chance ist der Stadt Paderborn im Dezember 2018 durch die Lappen gegangen, als ein anderer Investor beim Kauf der ehemaligen Nixdorf-Liegenschaft Riemekestraße 160 (Bürozentrum Almepark) den Zuschlag bekam. Wie damals berichtet, hatte sich der Kauf über Monate hingezogen. Die Stadt hatte 4,7 Millionen Euro für das Areal samt Nebenkosten geboten. Weitere drei Millionen Euro sollte der Abriss kosten.

Abriss der Immobilie ist wahrscheinlich

Was der Investor nun mit dem Gebäude vorhabe, sei unklar, sagte Wolters. „Seit Ende 2018 ist keine Entwicklung spürbar, hinsichtlich einer Planung ist nicht viel geschehen“, berichtete er dieser Zeitung. Und das, obwohl es reichlich Interesse an dem Areal gebe. Er halte es nicht für ausgeschlossen, dass der Investor auch einen weiteren Verkauf ins Kalkül ziehe.

Wie berichtet, ist die Bausub­stanz des Bürozentrums erheblich in die Jahre gekommen. Hinzu komme, dass die Gebäudetechnik lediglich auf einen Nutzer ausgelegt sei. Wer das Gebäude nachnutzen wolle, werde hier sicher keine dauerhafte Lösung finden, meint der Wirtschaftsförderer. „Langfristig ist die Immobilie wohl nicht wirtschaftlich zu betreiben.“ Dann bliebe mutmaßlich doch nur der Abriss.

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