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Enger Zeitplan bis 21. Juli – Arbeiten im Paderborner Domturm laufen auf Hochtouren

Glocken sind noch eingerüstet

Paderborn (WB). Viele Paderborner erwarten diesen Moment bereits mit Spannung: Genau in vier Wochen, am 21. Juli, sollen  die neuen Glocken im Paderborner Dom das erste Mal läuten. Bis dahin haben die Architekten und Handwerker im Domturm allerdings noch alle Hände voll zu tun.

Maike Stahl

Die neuen Bronzeglocken hängen sicher an ihrem Platz im Glockenstuhl des Paderborner Domes. Bis sie das erste Mal geläutet werden können, muss aber erst das Gerüst zurückgebaut werden, erläutert Architekt Björn Kastrup. Foto: Jörn Hannemann

»In zwei Wochen müssen wir spätestens so weit sein, dass die Gerüste zurückgebaut werden können, weil es 10 bis 14 Tage dauert, bis das neue Geläut gestimmt ist«, berichtet Björn Kastrup, für die Baumaßnahmen verantwortlicher Architekt im Bauamt des Erzbischöflichen Generalvikariats. Denn im Moment ist der Domturm nicht nur außen eingerüstet, sondern auch innen komplett mit einem Gerüst verbaut, so dass die Glocken gar nicht zum Schwingen gebracht werden könnten.

Eine Plastikfolie schützt die große Bronzeglocke

Und auch die Bewegungsfreiheit derjenigen, die im Turm arbeiten, ist durch die verschiedenen Arbeitsebenen, zwischen denen sie sich an einigen Stellen nur kriechend bewegen können, erheblich eingeschränkt. »Aber das macht auch gerade den Reiz einer solchen Baustelle aus«, sagt Bauleiterin Monika Göddeker vom Architekturbüro Hülsmann und klettert behände über zwei Stahlträger um die große Bronzeglocke herum, die an ihrem Wirkungsort hängt. Allerdings ist sie noch in eine Plastikfolie eingehüllt.

Frischer Anstrich für die Stahlgussglocken

Fasziniert ist die Architektin besonders von dem Eichenholz-Joch, an dem die 13,5 Tonnen schwere Glocke hängt. »Das war auch viel schwieriger hineinzubekommen, weil es in Millimeterarbeit an seinen Platz bugsiert werden musste«, erzählt sie. Die vorhandenen Stahlgussglocken waren während der Arbeiten zur Verstärkung des Glockenstuhls und der Ankunft der beiden Bronzeglocken bis unter die Decke des Turmes gezogen worden. Inzwischen hängen auch sie wieder an ihren Plätzen, versehen mit einem frischen grauen Anstrich. »Innen hat sich Rost gebildet, weil sie so lange nicht bewegt wurden. Das wird noch gereinigt«, erzählt Göddeker.

Einstimmen des erweiterten Geläuts beginnt in zwei Wochen

Gerade sind die Spezialisten der Herforder Firma HEW damit beschäftigt, die Schwungräder einzubauen, die die Glocken in Bewegung setzen. Martin Dörr, Inhaber des gleichnamigen Unternehmens, richtet parallel die Anschläge für den Stundenschlag ein. Zum Schluss werden die Klöppel eingesetzt. Und dann kommt der große Moment, in dem die neuen Glocken erstmals geläutet werden. »Erst dann kann man sicher sein, dass sie keinen Materialfehler haben«, sagt Björn Kastrup. Gelegentlich zu hören sein werden die neuen Glocken also schon in zwei Wochen, wenn das Geläut neu gestimmt wird. Aber erst am 21. Juli werden sie um 16.45 Uhr zusammen mit allen Glocken der Stadt den Sonntag einläuten.

Erkunden Sie den Domturm von innen und außen

Mit diesen 360°-Foto unseres Fotografen Jörn Hannemann können Sie sich selbst ein Bild machen, wie die Arbeiten im und am Paderborner Domturm vorangehen. Mit einem Klick aufs Bild kommen Sie zu den 360°-Aufnahmen.

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