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Detmolder Pianist führt Schüler an das Paderborner Ensemble heran

Gotthardt verstärkt den Domchor

Paderborn (WB). Die Paderborner Dommusik hat Verstärkung bekommen. Der Detmolder Pianist Markus Gotthardt führt in der neuen Vorschule und im A-Chor junge Sänger an den Domchor heran.

Der Detmolder Pianist Markus Gotthardt (vorne) verstärkt die Paderborner Dommusik. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit Gabriele Sichler-Karle und Thomas Berning. Gotthardt führt in der neuen Vorschule und im A-Chor junge Sänger an den Domchor heran. Foto:

»Das Interesse an der Dommusik ist groß«, freut sich Markus Gotthardt auf die Aufgabe und die Zusammenarbeit mit Domkapellmeister Thomas Berning und Domkantorin Gabriele Sichler-Karle. »Die Begeisterung bei den Jungen ist groß, wenn sie gemerkt haben, was ihnen geboten wird«, sagt Gotthardt.

Wenn es um »Spaß an der Musik« geht, denkt Gotthardt, der 1974 in Dortmund geboren wurde, gern an seine Kindheit zurück. Bereits als Zwölfjähriger hat er in seiner Heimatgemeinde St. Josef Berghofen auf der Orgelbank gesessen und früh seine Liebe zur Musik entdeckt. Er nahm Orgelunterricht, machte den C-Schein für Kirchenmusik und entschied sich für ein Musikstudium, das in Dortmund begann und weiter nach Zürich zu Richard Braun, Eckart Heiligers sowie in die Meisterklasse von Irwin Gage führte. Sein Studium in der Schweiz wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) mit einem zweijährigen Stipendium gefördert, außerdem folgten Stipendien der Richard-Wagner-Stipendienstiftung und der Westfälischen Förderakademie für bildende Kunst und Musik Ruhr-Lippe. Gotthardt beendete seine Studien mit dem Diplom in Klavierpädagogik sowie Konzertdiplomen in Liedgestaltung und Soloklavier.

Seit 2005 unterrichtet er an der Hochschule für Musik Detmold und hat nun mit einer 50-Prozentstelle die Assistenz in der Dommusik übernommen. Die beiden Vorchöre gehören zu seinem Aufgabengebiet. Die Proben bleiben das Besondere seiner Arbeit. Die Dommusik arbeitet mit den offenen Ganztagsschulen, so dass die ersten Proben ab 15.15 Uhr auf dem Stundenplan stehen. »Wir werben an den Schulen. Wenn sich das Talent herausstellt, tauschen wir uns mit Kind und Eltern aus, um die musikalische Ausbildung zu beginnen«, so Gotthardt, der Wert darauf legt, dass die Motivation von den Jungen selbst kommt und nicht von den Eltern.

Der Unterricht ist auf die Altersstufen zugeschnitten. Dazu gehören Notenlehre, Erklärungen zum Musikstück, zur Gesamtkomposition, zum Komponisten und Hintergründe der Entstehung. Zum richtigen Musikverständnis gehöre Hintergrundwissen.

In der Vorschule nehmen 30, beim A-Chor 25 Jungen teil. Den Musiklehrer begeistert es, wie geflasht die Jungs sind, wenn sie mit ihrer Stimme hohe Stimmlagen erreichen. Selbst auf den Stimmbruch ist die Dommusik eingestellt, denn die jungen Sänger wollen den Anschluss nicht verlieren. Der »Mutanten-Kurs« ist für Stimmbrüchige das Angebot, weiter unter Anleitung dem Gesang treu zu bleiben.

Gotthardts Vater und Großvater waren auch schon Kirchenmusiker, aber allein auf Kirchenmusik baut er sein Spektrum nicht auf. Schubert und deutsche Romantik faszinieren ihn, Jazz und Popsongs bereiten ihm Freude. Als Pianist gibt er Solo-Konzerte und bestreitet mit Sängern Liederabende.

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