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Jahresrückblick: Neubau der Stadtverwaltung und des Bahnhofs in Paderborn

Großprojekte in Warteschleife

Paderborn

Ein Paderborner Jahrhundertprojekt sorgt auch im Jahr 2021 für Schlagzeilen. Der Paderborner Stadtrat beschließt am 30. Januar mit den Stimmen von CDU, SPD, Grünen und Linksfraktion die Realisierung des neuen Stadthauses am Abdinghof. Heute und in den kommenden Tagen erscheinen im WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT Jahresrückblick-Texte – zum Beispiel dieser:

Ingo Schmitz

So sieht der Entwurf für den Neubau der Paderborner Stadtverwaltung aus. Der neue Plan lässt den Marienplatz unangetastet. Die Front des Verwaltungsneubaus springt gegenüber der vorherigen Planung zurück. Anfang 2021 soll die Ausführungsplanung beauftragt werden. Foto: Stadt Paderborn

Einen von der FBI geforderten Ratsbürgerentscheid wird es nicht geben. Die Baukosten werden hingegen auf mehr als 50 Millionen Euro geschätzt. Der erneute Beschluss war nötig geworden, nachdem die Planungen im Vorjahr gestoppt werden mussten. Hintergrund war die Kritik an der Überplanung des Marienplatzes. In Bürgerworkshops wird auch das Gebäude noch einmal deutlich nachgeschärft: Das neue Stadthaus soll ein energetischer Leuchtturm für den städtischen Gebäudebestand werden. Es soll CO2-neutral betrieben werden und eine Zertifizierung nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen erhalten.

Doch bevor gebaut werden kann, muss ein Ausweichquartier für die Mitarbeiter der Verwaltung gefunden werden. Danach soll das Gebäude mit den Arkaden sowie das Gebäude zum Marienplatz hin abgerissen werden.

In der Neukonzeption vorgesehen ist ein Rundum-Bürgerservice-Angebot, das den Erfordernissen der Zukunft gerecht werden soll. Bürgermeister Michael Dreier betont, dass der Rat das Projekt selber steuern werde und an den Weichenstellungen beteiligt sei. Als im März die Corona-Krise auch die Paderborner erfasst hat, erklärt der Bürgermeister im Interview mit dieser Zeitung, dass er „den Bau des Stadthauses schieben“ will. Dreier wörtlich: „Wir müssen die Stadt finanziell handlungsfähig halten. Die wichtigsten Aufgaben müssen aufrechterhalten werden können. Und wir müssen alles tun, damit es mit der Wirtschaft weitergeht. Die Kommune hat da auch eine wichtige Aufgabe, wir müssen weiter investieren und als Auftraggeber fungieren. Das werden wir auch machen.“

Zum Jahresende bringt Kämmerer Bernhard Hartmann den Haushalt 2021 ein. In diesem ist nun vorgesehen, eine Ausschreibung starten, um die Aufträge für die konkrete Planung zu vergeben. Bei der Realisierung des Projekts Stadthaus ist erneut ein Jahr verloren gegangen.

Auch beim Neubau des Bahnhofs bewegt sich in diesem Jahr nicht viel. Zwar wird im Juni vom Rat die finale Entscheidung getroffen, aber die Umsetzung lässt weiter auf sich warten. Im Spätherbst kündigt Bürgermeister Michael Dreier an, dass die Vertragsunterzeichnung zwischen der Bahn und dem Investor Bremer in Kürze erfolgen soll. Derweil beginnen an der Bahnhofstraße die vorbereitenden Arbeiten: Die Fahrradstellplätze und das Kunstwerk werden versetzt.

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