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Peter Gödde geht in den Ruhestand – Michael Lutter soll übernehmen

Handwerker bekommen neuen Chef

Paderborn (WB). Bei der Kreishandwerkerschaft Paderborn und Lippe sowie bei der Stiftung Bildung und Handwerk kündigt sich ein Führungswechsel an: Der bisherige Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzende Peter Gödde wird Ende des Jahres in den Ruhestand gehen. Nachfolger soll der bisherige Stellvertreter Michael Lutter werden.

Ingo Schmitz

Assessor Peter Gödde geht in Ruhestand. Nachfolger soll Michael Lutter werden. Foto:

Peter Gödde (63) ist bereits im 35. Jahr in der Kreishandwerkerschaft tätig. Ende 2012 trat er die Nachfolge von Josef Tack an. Er vertritt die Interessen von mehr als 2000 Mitgliedsbetrieben und leitet die Stiftung Bildung und Handwerk mit ihren mehr als 3000 Mitarbeitern. Die Ankündigung kommt, trotz des erreichten Alters, überraschend. Ihm sei es darum gegangen, so Gödde, den Übergang und die Nachfolge „vernünftig und weitsichtig zu gestalten“, sagte er auf Anfrage dieser Zeitung.

Einsatz für den Mittelstand

Er werde weiter dem Mittelstand und dem Handwerk verbunden bleiben, kündigte Gödde an – allerdings in ehrenamtlicher Funktion. Aktuell ist er unter anderem Aufsichtsratsmitglied der Verbund-Volksbank OWL. Darüber hinaus werde er sich weiterhin für die Belange des Mittelstandes einsetzen.

Gödde kommt gebürtig aus Bad Wünnenberg-Fürstenberg, wo er mit seiner Frau lebt. Nach dem Abitur am Mauritius-Gymnasium Büren studierte er Politikwissenschaften und Jura. 1986 begann seine Laufbahn bei der Kreishandwerkerschaft als Assistent der Geschäftsführung in rechtlichen Fragen und als Justiziar für die Mitgliedsbetriebe. 1988 war er bei der Gründung der Tochtergesellschaft zur Kabelfernsehvermarktung dabei und wurde dort Geschäftsführer.

Chance für die Bildung

An der Seite seines Vorgängers Josef Tack – ein „unheimlich unternehmerischer und dynamischer Typ“ – kümmerte sich Gödde früh um den Bildungsbereich, der vor 20 Jahren mit 40 Mitarbeitern gestartet sei und heute über 3000 verfüge. Die Corona-Krise, so Gödde, sei eine neue Herausforderung für das Handwerk – aber auch für die berufliche Bildung. Der Assessor geht davon aus, dass die Krise einen großen Schub für die Stiftung zur Folge haben werde. „In einer Rezession bekommt die berufliche Bildung neues Feuer“, meint er. Die Umstellung auf digitale Angebote wie Beratungsformate als Webinare sollen demnach auf jeden Fall fortgeführt werden. „Die Krise ist eine Chance, etwas zu verändern“, sagte er auch mit Blick auf die Handwerksbetriebe, von denen nun viel Flexibilität gefordert sei.

Der bisherige Stellvertreter Michael Lutter ist für die Wahl durch die Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft im Juni 2020 nominiert. Er soll von Januar 2021 an die Nachfolge von Peter Gödde antreten.

Enge Verzahnung von Handwerk und Stiftung

Die Aufsichtsgremien der Kreishandwerkerschaft und der Stiftung haben zudem den Beschluss gefasst, dass künftig der Vorstand der Kreishandwerkerschaft mit dem Kuratorium der Stiftung identisch ist. Seit der Fusion der Kreishandwerkerschaft Paderborn mit der Kreishandwerkerschaft Lippe im Januar 2013 waren die beiden Aufsichtsgremien unterschiedlich besetzt. Die Änderung, so Gödde, sei notwendig, damit Stiftung und Handwerk inhaltlich nah beieinander blieben. Kreishandwerksmeister Mickel Biere freut sich: „Diese enge Verzahnung stärkt beide Seiten.“ Der Kuratoriumsvorsitzende Michael Friemuth sagte: „Die Stiftung ist mit ihren Bildungsunternehmen auf der richtigen Spur, Handwerk und Bildung gehören zusammen.“

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