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Klimawandel setzt den dort vorhandenen Arten besonders zu

Harte Zeiten für Bäume am Wall

Paderborn (WB). Unter 15 Bäumen, die an der Promenade des Innenstadtringes stehen ist nur einer, dem Landschaftsarchitekt Ehm Eike Ehrig dort eine langfristige Zukunft dort bescheinigt. Dennoch müsse niemand befürchten, dass dort jetzt die Säge angesetzt werde, versicherte der Fachmann dem Bauausschuss.

Maike Stahl

Wie ein grüner Gürtel umgeben die großkronigen Bäumen auf den alten Wallanlagen die Innenstadt. Damit das so bleibt, beziehungsweise noch grüner wird, muss die Stadt in Zukunft auf andere Bäume setzen, festgeschrieben im Parkpflegewerk. Foto: Jörn Hannemann

Er stellte ein von seinem Bielefelder Büro erarbeitetes Parkpflegewerk für das Areal der ehemaligen Stadtbefestigungsanlagen vor. Dieses soll bei künftigen Maßnahmen in dem Bereich der Orientierung dienen. Ziel ist es, dass der historische Zustand der Promenade da, wo es möglich ist, wieder hergestellt werden soll. Die dafür am besten geeigneten Bäume sind laut Ehrig Eiche und Baumhasel sowie Esskastanie.

Platanen, Linden und Hainbuchen, die derzeit mehr als zwei Drittel des vorhandenen Baumbestandes ausmachen, seien immerhin bedingt geeignet. Kastanien, Buchen und Bergahorn, die teilweise auch bereits erheblich in Mitleidenschaft gezogen seien, prognostizierte Ehrig an der Promenade harte Zeiten. Mutmaßungen von Florian Rittmeier (Grüne), dass deshalb demnächst die Säge angesetzt werden könnte, trat er jedoch entschieden entgegen. »Da können Sie ganz beruhigt sein. Uns geht es mit dem Parkpflegewerk darum, Paderborn noch grüner zu machen. Diese Bäume werden allerdings im Zuge des Klimawandels in absehbarer Zeit ganz von alleine abgehen«, prognostizierte Ehrig.

Deutlich ungehaltener reagierte der Leiter des städtischen Umwelt- und Grünflächenamtes Dr. Frank Becker auf das Ansinnen Rittmeiers, im Beschlusstext festzuschreiben, dass aufgrund der Erkenntnisse des Parkpflegewerks keine Bäume gefällt werden sollten. »Ihre Unterstellungen gehen mir in der jüngsten Zeit entschieden zu weit!«, wetterte Becker. »Glauben Sie allen Ernstes, dass wir Ambitionen haben, alte vitale Bäume umzuhauen, nur weil ein Masterplan uns andere Arten empfiehlt?« Vielmehr sei es darum gegangen, den Bestand der denkmalwerten Anlage zu dokumentieren, zu bewerten und den zukünftigen Umgang mit der gesamten Anlage festzulegen. Das unterstrich auch die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke. Bei ohnehin anstehenden Änderungen, wie demnächst in Zusammenhang mit dem Bau des zentralen Busbahnhofs an der Westernmauer sollen die Hinweise des Parkpflegewerkes berücksichtigt werden. Außerdem seien viele Bäume bereits an der Altersgrenze und müssten in absehbarer Zeit erneuert werden.

Neben Hinweisen zu den Bäumen enthält dieses auch Ideen für die Erneuerung von Wegen, die innerhalb der früheren Stadtmauer an dieser entlang führen. Dort könnte die einstige Kopfsteinpflasteroptik wieder aufgenommen werden. »Allerdings natürlich in zeitgemäßer, barrierefreier Ausführung«, versicherte Ehrig.

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