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MZG-Mitarbeiter demonstrieren in Lippspringe und fordern Rückkehr zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst

Heimleuchten auf dem Rathausplatz

Bad Lippspringe

„Jemanden heimleuchten“ heißt „Jemanden eine Abfuhr erteilen“ oder ihn mit deutlichem Tadel zurückweisen. Unter diesem Titel hat am Mittwochabend eine Demons­tration von MZG-Mitarbeitern in Bad Lippspringe gestanden. Mit 100 Menschen war die Zahl der Teilnehmer doppelt so groß wie im Vorfeld erwartet. Auf dem Rathausplatz entzündeten sie Dutzende Grablichter.

Jörn Hannemann

Knapp 100 MZG-Mitarbeiter haben am Mittwochabend vor dem Rathaus in Bad Lippspringe demonstriert. Anlass war die nächste Runde im Tarifkonflikt. Foto: Jörn Hannemann

Anlass für die Kundgebung war der Tarifkonflikt, der seit etwa zwei Jahren im Medizinischen Zentrum für Gesundheit (MZG) schwelt. Der Termin für die Kundgebung wurde bewusst gewählt. Nach einer Verschiebung soll in der kommenden Woche die neue Verhandlungsrunde starten – und dafür soll bereits jetzt Druck aufgebaut werden.

Mit Unterstützung der Gewerkschaft Verdi fordern die Mitarbeiter eine Rückkehr zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Verdi wirft der Geschäftsführung indirekt Scheinheiligkeit vor: „In der Öffentlichkeit werden von den Arbeitgebern andere Sachen behauptet als in den bisherigen Verhandlungen“, ärgert sich Walburga Erichsmeier, stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin von Verdi OWL. So soll entgegen aller Behauptungen laut Verdi kein Angebot vorliegen. Richtig sei, dass alle Beschäftigten beim MZG in Bad Lippspringe gute Arbeit leisteten. Und die müsse – vor allem in Zeiten von Corona – ordentlich bezahlt werden. Das MZG sei ein Unternehmen der öffentlichen Hand, der Stadt Bad Lippspringe.

undefinedVor 20 Jahren hätten die Beschäftigten aufgrund einer Notlage auf den Vertrag verzichtet und ihren Beitrag zur Sanierung des MZG geleistet. „Damals wurde das Versprechen abgegeben, sobald als möglich wieder zum Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes zurückzukehren. Dies ist bis heute nicht geschehen“, heißt es von Verdi.

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