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Zum fünften Mal auf dem Paderborner Schützenplatz 

Tiermesse Petss zieht wieder Besucher an

Paderborn

Auf dem Weg zum Schützenplatz waren sie für Passanten kaum zu übersehen: zahlreiche Zweibeiner mit gefüllten Taschen und ihre vierbeinigen Freunde. Die beliebte Tiermesse Petss fand nach einjähriger Pause zum fünften Mal in Paderborn statt und hatte einige Überraschungen parat.

Bettina Kaup ist stolz auf ihre Hündin: Sie besuchte mit der Vierbeinerin die Tiermesse Petss in Paderborn. Foto: Katharina Freise

Vor dem Eingang tummelten sich viele Hunde mit ihren Besitzern. Sie warteten darauf, dass ihre Show losgeht oder vertraten sich die Beine an der frischen Luft. Der eine Hund folgte brav der Aufforderung „Sitz!“ und wartete auf sein Leckerli, der andere zeigte sein ganzes Repertoire an Tricks, machte Männchen und gab Pfötchen. 

Nach den ersten zwei Schritten durch den Eingang in das Foyer zog ein strenger Geruch in die Nase, den Hundebesitzer bestens kennen dürften: wenn der fellige Freund hin und wieder Schweine- oder Kaninchenohren, Ochsenziemer, Rinderkopfhaut oder andere getrocknete Leckereien bekommt. Nach einer Minute konnte man sich daran gewöhnen.

Die Anbieter an etwa 60 Ständen hatten so gut wie alles, was Tierbesitzer sich vorstellen können und das auch in allen Varianten – vom Bettchen als Krone geformt bis hin zur Hundemarmelade. Es hingen Leinen aus verschiedenen Materialien in allen Farben und Längen über Holzhaken. Und es gab buntes Spielzeug, das quietsche, grunzte oder andere witzige Töne machte.

Zahlreiche Schnüffelteppiche zum Verstecken von Leckerli sowie verschiedene Nasssauger wurden ebenso angeboten. Neben den Bereichen Zubehör kam aber auch die Ernährung, die Gesundheit und die Tierversicherung nicht zu kurz. Neben den Ständen gab es noch ein vielfältiges Informationsangebot in Form von Vorträgen und Live-Shows beziehungsweise Demonstrationen. Nachfolgend ein kleiner Überblick.

Sie sind Fans, und ihre Hunde haben Hunger auf die Hundemarmelade (v.l.): Guilia Doghmani mit Micke, Stevi Page (Inhaberin), Maike Flintzak mit Vaida, Katja und Livinia Plokarz mit Lucky, Sabrina Oldenburg mit Fee und Caroline Hoffmann mit Balu. Foto: Katharina Freise

Carmen Hanken zu Gast

Die Tierexpertin gab den Besuchern – mal am Hund, mal in Vorträgen – nützliche Tipps, etwa zur Krallenpflege. „Bei 98 Prozent der Hunde, die ich sehe, sind die Krallen zu lang, und das wirkt sich negativ auf den Bewegungsmechanismus und damit auf den ganzen Körper aus“, so Carmen Hanken. Sie führt das Erbe ihres Mannes Tamme Hanken auf ihre Art und Weise fort und will zur Tiergesundheit und Aufklärung beitragen.

Digitale Satteldruckmessung

Dem Thema Pferd, Pferdegesundheit, Pferderücken und Sattelanpassung nahm sich Christina Freifrau von Nolcken an. Sie erklärte mittels einer Decke, auf dem das komplexe Pferdeskelett abgedruckt war, wichtige Körperpunkte am lebenden Tier. Die Pferde-Osteopathin hat sich neben der Therapie auch auf den Sattel spezialisiert und kann zum Beispiel mittels einer Sensormatte messen, wie die Druckverteilung auf dem Pferderücken ist.

Tierheim Paderborn

Bei diesem Stand konnten Besucher durch den Kauf von verschiedenen Kleinigkeiten dem Tierheim etwas Gutes tun, denn der Erlös kommt komplett der Einrichtung zugute. Außerdem konnten Patenschaften abgeschlossen werden. Besonders erfreut war die Vereinsvorsitzende Gabriele Votsmeier über die Anfragen für Tiere. Derzeit leben 22 Hunde, 148 Katzen, elf Kaninchen, drei Wasserschildkröten, eine Landschildkröte, eine Ziege, eine Maus, ein Taubenjunges, ein Kanarienvogel und ein Unzertrennliches Rosenköpfchen im Tierheim.

Hundestaffel der Johanniter

Vor dem Eingang der Messehalle im Freilaufgelände präsentierte sich noch eine ganz besondere Gruppe: die Rettungshundestaffel der Johanniter-Unfall-Hilfe Paderborn. Sie wird von der Polizei oder Feuerwehr angefordert, wenn Personen im Wald vermisst werden. „20 Hunde haben wir derzeit in der Ausbildung, und fünf geprüfte Rettungshunde sind dabei“, sagte Mitglied Jochen Ortmann. Insgesamt gebe es zwischen 12 bis 18 Einsätze pro Jahr.

Bettina Kamp bildet derzeit den vierten Rettungshund aus. Auf ihre zweijährige Hündin Jazz ist sie sehr stolz. Die erste Prüfung hat sie bereits bestanden und die zweite wird bald folgen. Dann muss Jazz innerhalb von 20 Minuten auf einer drei Hektar großen Waldfläche (mehr als drei Fußballfelder) ein oder zwei Personen ausfindig machen.

Die Hundeführer und Helfer ohne Hund sind ehrenamtlich im Einsatz. „Oft suchen wir demenzerkrankte oder auch verletzte Personen, zum Beispiel wenn ein Jagdpächter vom Hochsitz gefallen ist. Wir hatten aber auch schon mal eine Suche nach einer suizidgefährdeten Person oder einer Person, die im Schock weggelaufen ist von einem Unfallort“, sagt Bettina Kaup. Auf der Freifläche konnten die Hunde der Staffel ihren Gehorsam und ihr Geschick unter Beweis stellen und mit den Helfern ins Gespräch kommen.

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