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Bislang mehr als 2000 Bewohner und Mitarbeiter von Seniorenheimen im Kreis Paderborn geimpft

Impfzentrum in der Sälzerhalle soll Mitte Februar starten

Paderborn/Salzkotten

Bislang sind im Kreis Paderborn mehr als 2000 Bewohner und Mitarbeiter von über 20 Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen geimpft worden, teilt die Kreisverwaltung mit. Das NRW-Ministerium hat unterdessen die Öffnung des Paderborner Impfzentrums für Mitte Februar in Aussicht gestellt.

 

Das Impfzentrum in der Sälzerhalle in Salzkotten ist nach Angaben vom Kreis betriebsbereit und könnte nach derzeitigen Plänen Mitte Februar in Betrieb genommen werden. Foto: Kreis Paderborn

Wann und wo genau bekomme ich einen Impftermin? Das sei die am häufigsten gestellte Frage, die derzeit das Paderborner Kreisgesundheitsamt erreicht. „Wir freuen uns sehr über die Impfbereitschaft und selbstverständlich würden wir am liebsten sofort unser betriebsbereites Impfzentrum in Salzkottenöffnen“, betont der Krisenstabsleiter des Kreises Paderborn, Michael Beninde.

Doch noch gebe es nicht genügend Impfstoff. Derzeit wird im Kreis Paderborn ausschließlich in Alten- und Pflegeeinrichtungen geimpft, der Strategie des Landes folgend, zunächst jene zu schützen, die von einer COVID-19-Erkrankung beziehungsweise aufgrund ihres Berufes von einer Ansteckung besonders bedroht sind. „Uns ist es gelungen, innerhalb einer Woche über 2000 Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegekräfte in über 20 Einrichtungen im Kreis Paderborn zu impfen“, betont Dr. Gregor Haunerland von der Kassenärztlichen Vereinigung, der zusammen mit Dr. Gerhard Marcus das Impfzentrum in Salzkotten medizinisch betreut und leitet. Im Kreis Paderborn gibt es 42 vollstationäre Pflegeinrichtungen mit insgesamt rund 2.800 Bewohnerinnen und Bewohnern sowie 3000 Mitarbeitende. Der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, hat am 4. Januar bekannt gegeben, dass die Impfungen für besonders gefährdetes Personal in Krankenhäusern ab dem 18. Januar beginnen und die Impfzentren im Februar 2021 öffnen werden. „Deshalb können (auch) im Kreis Paderborn noch keine Impftermine angeboten werden“, teilt der Kreis mit. Auch eine Vorab-Registrierung sei nicht möglich, Stand 5. Januar.

Da der Impfstoff knapp ist, können nicht alle gleichzeitig geimpft werden. Nach der bundesweit geltenden Coronavirus-Impfverordnung sind deshalb Prioritäten gebildet worden. Zuerst geimpft werden Menschen, die in Alten- und Pflegeeinrichtungen betreut werden, Beschäftigte der stationären Pflegeeinrichtungen, der ambulanten Pflegedienste, der medizinischen Einrichtungen mit hohem Infektionsrisiko (zum Beispiel Intensivstationen, Notaufnahmen, Onkologie, Transplantationsmedizin, Impfzentren und Rettungsdienste, sowie die über 80-Jährigen, die zu Hause leben. Das Ministerium hat angekündigt, dass dieser Personenkreis ein Schreiben des Ministers bekommt, wann und wie man Termine über die zentrale Telefonnummer 116117 vereinbaren kann. Dazu muss aber erst einmal ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen.

Wer die eigene Wohnung nicht verlassen kann, muss leider Geduld haben, informiert das Ministerium auf seinen Internetseiten (www.mags.nrw/coronavirus-impfablauf). Der derzeit zur Verfügung stehende Impfstoff sei ausgesprochen empfindlich, könne nicht von Haus zu Haus transportiert werden. „Jede Ampulle des Impfstoffs beinhaltet Impfstoff für bis zu sechs Impfdosen, die einmal aufbereitet, sofort verabreicht werden müssen“, erläutert Krisenstabsleiter Michael Beninde. Mit mobilen Impfteams Menschen zu Hause aufsuchen „funktioniert mit diesem Impfstoff nicht“, bekräftigt der Krisenstabsleiter des Kreises Paderborn. Das Ministerium betont, dass absehbar sei, dass im kommenden Jahr auch Impfstoffe zugelassen werden, die in den eigenen vier Wänden eingesetzt werden können. „Die Lage ändert sich ständig. Sobald wir Termine vergeben können, informieren wir die Bevölkerung selbstverständlich umgehend“, unterstreicht Beninde.

Auf den Besuch im Impfzentrumvorbereiten kann man sich jetzt schon. Mitzubringen sind dann die Terminbestätigung, der Impfpass, medizinische Unterlagen (zum Beispiel Herzpass, Diabetikerausweis oder Medikamentliste, falls vorhanden) und der Nachweis für die priorisierte Berechtigung zur Impfung. Dazu zählt beispielsweise auch der Personalausweis. Sollte der abgelaufen sein, macht das nichts für die Impfung. Nachgewiesen muss lediglich das Lebensalter. In Ruhe anschauen kann man sich auch schon mal das Merkblatt zur Impfaufklärung und den Anamnese- und Einwilligungsbogen, der die medizinische Vorgeschichte abklärt. Beide Dokumente sind online eingestellt. Zurzeit sind Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren von der Impfung ausgeschlossen, ebenso Schwangere und Mütter in Stillzeit.

Fünf weitere neue Todesfälle sind unterdessen im Kreis Paderborn zu beklagen. Damit steigt die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben sind, auf 102. Zudem meldet das Kreisgesundheitsamt 33 neue Infektionsfälle. Der Inzidenzwert sinkt unter 100 auf 91,3.

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