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Verträge für den neuen Paderborner Bahnhof sind unterzeichnet

Jahrhundert-Projekt kommt ins Rollen

Paderborn

Auf diese Nachricht haben viele Paderborner lange gewartet: Am Donnerstag sind endlich die Unterschriften zum Neubau des Paderborner Bahnhofs unter die Verträge gesetzt worden. Gleichzeitig haben Bahn, Stadt und die DB1 GmbH als Investor den aktualisierten Zeitplan bekannt gegeben: Der Abriss des alten Bahnhofs beginnt im Juli 2021. Mit dem Hochbau soll 2022 begonnen werden. Im Sommer 2023 soll das Projekt fertig sein.

Ingo Schmitz

Markant ist nicht nur der Stein, sondern auch der 3,50 Meter breite überdachte Kolonnadengang. Foto: PB1 GmbH Foto:

Mit dem Neubau des Bahn-Empfangsgebäudes samt Intercity-Hotel verbunden ist die Realisierung von dringend benötigten Auto- und Fahrrad-Parkhäusern. Die gesamte Bahnhofstraße wird innerhalb von gut zwei Jahren ein völlig neues Gesicht erhalten. Alle drei Vertragsparteien sind sich einig: Es ist nun ein wichtiger Meilenstein erreicht auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilitätsdrehscheibe für Paderborn mit regionaler Bedeutung.

Die Verträge sind unterzeichnet: Martin Nowosad (Bahn), Heinrich Hillebrand (PB 1 GmbH) und Bürgermeister Michael Dreier. Foto:

Bürgermeister Michael Dreier betonte: „Ich freue mich sehr, dass durch das große Engagement aller Beteiligten das Jahrhundert-Projekt für Paderborn ins Rollen kommt. Es wird unserer Stadt sehr gut tun und den gesamten Bereich aufwerten.“ Mit den Vertragsunterzeichnungen seien nun die Voraussetzungen für den Start des Projektes gegeben, hieß es weiter.

Die Verhandlungen seien sehr herausfordernd gewesen. Das habe nicht nur an den drei Partnern, sondern auch an den beteiligten Bahnunternehmen sowie weiteren Trägern öffentlicher Belange gelegen. Auch hätten etliche technische Probleme gelöst werden müssen sowie die unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse. Auch die beengten Platzverhältnisse am Bahnhof hätten die Planungen erschwert.

Großzügig, hell, transparent und nachhaltig – so soll das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes werden. Besonderen Wert haben die Planer auf eine nachhaltige und ökologische Gebäudetechnik mit Photovoltaik und Grundwasserwärmepumpen gelegt, heißt es in einer Mitteilung. „Die neue Empfangshalle wird so zum attraktiven Eintrittstor in die Stadt. Direkt darüber wird sich ein Intercity Hotel mit 380 Betten befinden“, machen die Investoren die Dimensionen deutlich.

Für die Fertigstellung der Fahrrad- und Pkw-Parkhäuser zeichnet hingegen die Stadt verantwortlich. Bereits im April werde die Deutsche Bahn – unabhängig vom künftigen Empfangsgebäude – mit dem Neubau eines zusätzlichen Aufzugs zu den Bahnsteigen 4/5 beginnen.

Ab Mitte 2021 lässt die PB1 GmbH, hinter der die Paderborner Bremer AG steht, das alte Empfangsgebäude abreißen. Dann ändert sich der Zugang zu den Gleisen. Er befindet sich dann westlich des jetzigen Empfangsgebäudes im Bereich des Busbahnhofs. Die Geschäfte und Serviceeinrichtungen ziehen in ein Übergangsquartier. Dabei handelt es sich um mehrere Containern, die am Busbahnhof stehen werden. Außerdem werden die Haltestellen für den ÖPNV, die Taxiplätze und die Parkplätze für Kurzzeit-Parker verlegt.

Die Baumaßnahmen werden auch Auswirkungen auf den Straßenverkehr haben. Die Bahnhofstraße wird während der Bauzeit auf insgesamt zwei Fahrspuren reduziert. Das bedeutet: Pro Richtung gibt es dann nur noch eine Fahrspur.

Das siebengeschossige Gebäude wird zur Bahnhofstraße einen etwa neun Meter hohen und überdachten Weg (Kolonnadengang) erhalten. Der Radweg wird gleichzeitig als Radfahrstreifen auf die Bahnhofstraße verlegt, heißt es in der Mitteilung.

Die Investoren versprechen: „Der für den Neubau zur Verwendung kommende helle beigefarbene Mauerziegel wird sich harmonisch ins Stadtbild einfügen. Die Empfangshalle wird barrierefrei, geradlinig und übersichtlich den am Gebäude liegenden Bahnsteig mit dem Bahnhofsvorplatz verbinden.“

Im Bahnhof der Zukunft wird wieder ein Reisezentrum untergebracht. Von der Empfangshalle aus erfolgt der Eingang zum Hotel. Zusätzlich soll es verschiedene Läden und eine öffentliche Toilette geben. Im ersten Geschoss sind Büros, Konferenzsäle und Flächen für das Hotel vorgesehen. Ab dem zweiten Geschoss wird der Neubau ausschließlich als Hotel genutzt.

Geheizt und gekühlt wird das Bahnhofsgebäude mit Pader-Wasser. Ein Teil des Stroms soll auf dem Gebäude und an der Rückseite durch Photovoltaikanlagen erzeugt werden.

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