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Es geht um die Sicherheit: Vor Heimspiel appellieren Polizei und SCP an die Fans

»Jeder sollte Courage zeigen«

Paderborn (WB). Der Ball rollt: Am Samstag tritt der SC Paderborn gegen Freiburg an. Wie bereiten sich Polizei und Sicherheitskräfte auf die 1. Liga in der Benteler Arena vor? Das WESTFALEN-BLATT ist den Fragen rund um Personenkontrollen, Verkehrskonzept und Parkplätze nachgegangen.

Ingo Schmitz

Bei einigen Spielen wird die Polizei mit einer Einsatzhundertschaft und der Reiterstaffel vor Ort sein. Zum Teil werden mehr als 400 Polizisten für die Sicherheit sorgen. Der SCP geht davon aus, dass das Stadion stets ausverkauft sein wird. Foto: Jörn Hannemann

Wie hat sich die Polizei auf die 1. Liga vorbereitet?

Nach Auskunft von Michael Biermann, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, sei mit allen Sicherheitsverantwortlichen rund ums Stadion mehrfach gesprochen worden. Die bestehenden Konzepte habe man weiter entwickelt. Alle Verantwortlichen gehen davon aus, dass in der Saison der Fan-Block stärker frequentiert sein werde, als es in der 2. Liga der Fall war. »Wir werden uns im Vorfeld jede Begegnung genau ansehen und Gespräche mit den Verantwortlichen führen. Dabei gilt es herauszufiltern, was die jeweilige Besonderheit ist«, sagt Biermann. Der Blick werde speziell auf die Gäste-Fans gerichtet: Wie viele Leute kommen? Welche Erfahrungen hat man bereits gemacht? Danach wird festgelegt, wie viel Personal benötigt wird.

Wer sind die Sicherheitsverantwortlichen?

Dazu gehören Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr aber natürlich auch der Verein, die Stadiongesellschaft und das Fan-Projekt. Außerdem setzt der SCP die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Sicherheitsdienst fort. Stadt Paderborn und Ordnungsamt sind auch mit dabei.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Partnern?

Beim SCP ist Sebastian Matz für die Sicherheit verantwortlich. Für die 1. Liga sei lediglich ein Feintuning am Konzept, das sich bewährt habe, vorgenommen worden. Sicherlich seien mehr Ordner im Einsatz, da man davon ausgehe, dass alle Heimspiele ausverkauft sein werden. Der Sicherheitsdienstleister sei dazu verpflichtet, alle Auflagen des DFB zu erfüllen. Die Überprüfung und Sicherstellung der Standards werde engmaschig erfolgen, sagt Matz.

Muss man auf dem Weg zum Stadion mit einem Verkehrschaos rechnen?

Nach Angaben von Michael Biermann sei es für die Fans wichtig, sich frühzeitig auf den Weg zum Spiel zu machen. Die Polizei plane engmaschige Kontrollen und werde bei Problemen eingreifen. Positiv sei der Wegfall der Baustelle auf der A33, die in der vorherigen Saison zu Staus geführt habe. Keine Sorgen macht sich SCP-Geschäftsführer Martin Hornberger hinsichtlich der Parkplatz-Situation. Insgesamt gebe es 3300 Stellplätze, davon etwa 1600 am Stadion (P1), den Rest im Bereich Riemekestraße/Heinz-Nixdorf-Ring auf dem Park- und Rideparkplatz. 8,4 Prozent der Besucher seien laut Verkehrsgutachter eingeplant für den ÖPNV. Tatsächlich liege man aber bei 17 bis über 20 Prozent, sagt Hornberger. Auch das Fahrrad werde stark genutzt: Am Stadion stehen 1900 Stellplätze zur Verfügung.

as kann den Weg ins Stadion noch verzögern?

Wie in der Vergangenheit gibt es auch wieder Taschenkontrollen. »Es sollte daher möglichst auf Taschen und Rucksäcke verzichtet werden, weil man damit den Einlass verzögert. Wer nicht auf eine Tasche verzichten kann, sollte eine wählen, die nicht größer als Din A4 ist«, rät SCP-Geschäftsführer Martin Hornberger.

Wie funktioniert der Kontakt zum jeweiligen Gastverein?

Jede Polizeibehörde, die für eine Bundesliga-Mannschaft zuständig ist, hat einen szenenkundigen Beamten. Diese tauschen sich über das jeweilige Fan-Verhalten aus und darüber, was geplant ist. Sie haben einen ganz engen Draht zu der Mannschaft und sie fahren auch zu den Auswärtsspielen mit, um vor Ort den Kontakt zu suchen. »Das gibt die Möglichkeit, früh einzugreifen«, sagt Biermann.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Fans aus?

Das Fan-Projekt ist aus Sicht der Polizei besonders wichtig. Entscheidend dabei sei das so genannte Kurven-Gespräch, das kurz vor und auch während des Spiels noch einmal stattfindet. Dabei spricht sich die Einsatzleitung der Polizei mit allen Sicherheitsverantwortlichen ab. Dabei ist auch das Fanprojekt vertreten. Es wird abgefragt, ob Probleme bekannt sind. Alle sollen über die Situation der aktuellen Begegnung informiert sein.

Welche Begegnungen werden in der 1. Liga risikobehaftet sein?

Das kann man nach Angaben der Polizei heute noch nicht genau sagen. Es gibt zwar eine Liste, in der die Fans bestimmter Clubs in verschiedene Kategorien unterteilt sind. Doch hier gibt es ständig Veränderungen. Die Polizei arbeitet mit einer zentralen Erfassungsstelle, in der alle Erkenntnisse der jeweiligen Wochenenden zusammengetragen werden. Hier kann die Polizei im Vorfeld abfragen, welche Zwischenfälle gegeben hat und warum.

Wie sieht es mit der Stärke der Einsatzkräfte aus?

Die Polizei macht dazu keine konkreten Angaben. Mal seien es unter hundert, dann aber auch mal mehr als 400 Polizisten. Bei der ein oder anderen Begegnung werde auch auf Kräfte der Einsatzhundertschaft und Reiterstaffel zurück gegriffen.

Was passiert, wenn es im Stadion zu Straftaten kommt?

Im Stadion selbst ist der SCP für die Sicherheit verantwortlich. »Wir kommen dazu, wenn uns zum Beispiel die Ordner informieren«, sagt Michael Biermann. Die Polizei warnt dringend davor, pyrotechnische Dinge ins Stadion zu schleusen. »Wer so etwas sieht, sollte umgehend Ordner und Polizei informieren, bevor etwas passiert. Jeder Besucher sollte Courage zeigen!«, appelliert der Sprecher.

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