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Rat der Stadt Paderborn möchte ein Mehrweg-System prüfen

Kaffeebecher nur noch mit Pfand?

Paderborn (WB/itz). Der Kaffeebecher zum Mitnehmen gehört heute ebenso wie das Smartphone in der Hand zum Stadtbild dazu. Unmengen dieser Becher werden benötigt. Allerdings bringt der Pappbecher zum Wegwerfen ein riesige Problem mit sich: Er schadet der Umwelt.

Kaffeebecher zum Mitnehmen sorgen für viel Müll. Foto: dpa

Die Linksfraktion im Paderborner Stadtrat möchte daher nun ein Zeichen beim Thema »Coffee-to-go« setzen. Es soll geprüft werden, ob ein Mehrweg-Pfandsystem für die Stadt Paderborn eingeführt werden kann.

Der Rat befasste sich mit der Frage, ob so etwas möglich ist. In Freiburg werde ein solches Prinzip bereits umgesetzt. Letztendlich soll sich nun der Fachausschuss mit der Frage im Detail befassen.

Linke: Pro Stunde 320.000 Einmalbecher

Roswitha Köllner von der Linksfraktion rechnete anhand von Angaben der Deutschen Umwelthilfe vor, dass in unserem Land pro Stunde 320.000 Einmalbecher für Kaffee verbraucht werden. Das seien 2,8 Milliarden Becher pro Jahr. Die Pappbecher ließen sich nicht recyceln, weil sie mit Kunststoff beschichtet seien. 43.000 Bäume müssten jährlich für die Produktion gefällt werden. Dabei würden 1,5 Milliarden Liter Wasser verbraucht.

Köllner betonte: »Durch die Einführung eines Mehrweg-Pfandsystems könnte in Paderborn der Müllberg reduziert und ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.« Nach Ansicht der DIP sollte sich der ASP mit der Frage befassen, wie ein Pfandsystem umgesetzt werden könnte.

CDU: Möglichst viel Mitmacher nötig

Nach Ansicht von Dietrich Honervogt (CDU) funktioniere das System nur dann, wenn man den Becher Kaffee in einer Bäckerei erwerben und in der nächsten wieder abgeben könne. »Dazu ist es aber notwendig, das möglichst viele mitmachen«, sagte er. Bielefeld befasse sich ebenfalls mit dieser Thematik, dort sei man jedoch noch nicht soweit. Seiner Meinung nach müsse sich der Fachausschuss damit befassen. Grünen-Ratsherr Claus-Jürgen Wagner freute sich über die positiven Signale von der CDU. »Der Vorschlag ist so gut, der hätte von uns kommen müssen«, meinte er.

Hartmut Hüttemann (FBI) plädierte dafür, dass in jedem Fall der City-Manager Uwe Seibel bei der Entwicklung eines Konzepts mit eingebunden werden müsse. Schließlich bestehe auch ein Nutzen für die beteiligten Unternehmen, sagte er.

Bei der Abstimmung waren sich die Mitglieder des Rates einig: Es soll nun nach Möglichkeiten gesucht werden, wie ein Mehrweg-System für Coffee-to-go-Becher eingeführt werden kann.

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