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Premiere beim 66. Martinsspiel und Laternenumzug in Paderborn

St. Martin und sein neues Zugpferd

Paderborn

Sie sind die Krönung eines jeden Laternenumzuges: der Heilige Martin und sein edles Ross. Bis zuletzt war in Paderborn jedoch offen, ob Simon Lea als Vorsitzender der Kolpingspielschar auch dieses Mal wieder den Lichterumzug nach der Mantelteilung „hoch zu Ross“ würde anführen können. 

Von Jörn Hannemann

Hunderte Kinder und Eltern verfolgten vor der Heiersburg das traditionelle Martinsspiel. Simon Lea ritt vorweg auf neuem Ross, dem Kaltblüter Pepe.    Foto: Jörn Hannemann

Denn sein langjähriger Schimmel mit dem prägnanten Namen Bond stand dieses Jahr nicht zur Verfügung. „Zur Not wäre ich halt zu Fuß gegangen“, sagt Lea. Dazu kam es am Freitagabend aber dann doch nicht.

Betty Fahndrey, die im Schauspiel paradoxerweise die Rolle des Teufels mimt, vermittelte ihm den Kontakt zum Besitzer von Pepe, einem Noriker-Kaltblutpferd, das nun zum beeindruckenden Martinspferd wurde.

Zum eigentlichen Martinsspiel vor der Heiersburg versammelten sich wieder Hunderte Kinder und Eltern. Mit Laternen und Lampions sahen und hörten sie die Geschichte von Sankt Martin, der seinen Mantel teilte und eine Hälfte einem Bettler in Not gab, der wieder von Simon Leas Sohn Justin (23) dargestellt wurde. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Musikverein Dahl und dem Chor der Realschule St. Michael. Am Paradiesportal wurden alle später von Domkapitular Benedikt Fischer empfangen.

Der Einschätzung, dass die Botschaft vom Teilen und Helfen in Zeiten von Krieg, Flüchtlingen und Inflation aktueller denn je sei, stimmt Simon Lea nur bedingt zu. „Diese Botschaft ist zeitlos und immer wichtig! Und sie kann jeden Tag gelebt werden“, betont der 45-Jährige.

Keine Sonderausnahme für St. Martin

Ausfallen musste hingegen der traditionelle Besuch von St. Martin in der Kinderklinik des St.-Vincenz-Krankenhauses, wo er den kranken Jungen und Mädchen bisher stets persönlich Martinsbrötchen überreichte. Wegen der strengen Corona-Einlassregeln in Krankenhäusern, wollte er keine Ausnahme als „St. Martin“, sagt er. Das wäre das falsche Signal an Familienangehörige, die auf Besuche verzichten müssten, und man müsse schließlich mit gutem Beispiel voranschreiten. Für ihn ist die Rolle tatsächlich nicht nur Schauspiel, sondern auch Passion.

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