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Bürger können von Montag an 5000 Tütchen mit Saatgut bekommen

Kampagne für Naturschutz

Paderborn (WB). Der 13. Mai könnte für die Tiere und Pflanzen im Kreis Paderborn zum Glückstag werden. Von Montag an können sich die Bürger 5000 Saatguttütchen für private Flächen bis zu einer Größe von fünf Quadratmetern in den Rathäusern der Kommunen und im Paderborner Kreishaus abholen.

Dietmar Kemper

Manfred Müller, Rudolf Salmen, Karsten Schnell und Martin Hübner (von links) vor dem Wildbienenhotel der Kreisverwaltung. Foto: Dietmar Kemper

Landrat: »Wir wollen eine Bürgerbewegung auslösen.«

Die Bürger sollen zu Gärtnern werden, die in Vor-, Haus- und Schrebergärten, auf Balkonen, Dächern und Dachterrassen kleine Blumeninseln schaffen, damit sich die Artenvielfalt erhöht. Die Kreisverwaltung, die Naturschutz-Stiftung Senne und die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne stellten am Freitag ihre Kampagne »Der Kreis blüht und summt...« vor. »Wir wollen nicht nur ein paar Tütchen verteilen. Das soll keine vorübergehende Kampagne sein, sondern wir wollen eine Bürgerbewegung auslösen«, sagte Landrat Manfred Müller. Heimat- und Naturschutz gehörten zusammen.

Um Schneeballeffekte zu erzielen, sollen Vereine, Schulen und Kindergärten mitmachen. Die können einen formlosen Förderantrag stellen (naturschutz-stiftung-senne@online.de) und bekommen Saatgutsäcke. Das Saatgut (»Paderborner Mischung«) stammt aus der Region und enthält heimische Pflanzen wie die Königskerze und die Wilde Pastinake.

Arbeitsgemeinschaft mit mehreren Städten

»Es gibt in den Städten so viele Flächen, die man naturnah gestalten kann«, sagte der Vorsitzende der Naturschutz-Stiftung Senne, Rudolf Salmen. Um durch Blühstreifen und Wiesen auf öffentlichen und halböffentlichen Flächen die Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen zu erhöhen, hat die Stiftung mit den Städten Paderborn, Bad Lippspringe, Hövelhof und Schloß Holte-Stukenbrock bereits eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Früher sei Naturschutz ein Randthema gewesen, heute habe es in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert, freute sich Salmen. Der Name der neuen Kampagne ist an ein Vorbild in Bonn angelehnt.

Trotz aller Bemühungen seien Vogelarten wie Braunkehlchen und Bekassinen in der Region verschwunden, beklagte Karsten Schnell von der Biologischen Station. Die Vielfalt gehe speziell bei Insekten zurück, Streuobstwiesen als wertvolle Lebensräume finde man immer seltener.

Fotowettbewerb geplant

Zu der Kampagne soll es vom 1. Juni bis 15. Oktober den Fotowettbewerb »Impressionen aus der heimischen Natur« geben. Im Kreis Paderborn stehen zehn Prozent der Flächen unter Naturschutz. In Lichtenau testet die Kreisverwaltung in diesem Jahr an der Kreisstraße 26 auf 500 Meter Länge Mähen statt Mulchen. Das ist aufwändig und teuer, weil Müll entfernt und das Mähgut abtransportiert werden müssen. In der Deponie soll daraus Pflanzerde werden. Der Technische Dezernent des Kreises, Martin Hübner, betonte: »Naturschutz braucht drei Dinge: Flächen, Geld und Zeit.«

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