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»Of Fathers and Sons« verliert gegen »Free Solo«

Kein Preis: Warum ein Paderborner Produzent trotzdem eine tolle Oscar-Nacht hatte

Los Angeles/Paderborn (WB). Leider hat es am Ende nicht für einen Oscar gereicht: Der gebürtige Paderborner Ansgar Frerich (41) und sein Dokumentarfilm »Of Fathers and Sons« musste sich dem Kletter-Streifen »Free Solo« geschlagen geben.

Jan Gruhn

Auch ohne Oscar hatte Ansgar Frerich (4. von links) eine tolle Woche in Hollywood.

»Jetzt sind wir gerade aus dem Dolby Theatre raus«, sagte der Wahlberliner am Montagmorgen dem WESTFALEN-BLATT, »und machen uns auf den Weg zur Party von ›Werk ohne Autor‹.« Dort wollen Frerich und seine Kollegen nun die Nacht durchfeiern.

Traurig ist Frerich über den verpassten Goldjungen keineswegs. »Wir fühlen uns gar nicht als Verlierer, sondern als Gewinner. So eine Woche und so eine Nacht wird man so schnell nicht wieder erleben«, erklärte der gelernte Mischtonmeister.

»Akademie hat sich gut um uns gesorgt«

Zusammen mit drei Produzentenkollegen war er vor ein paar Wochen mit einer Syrien-Doku für den Oscar nominiert worden. Regie führte Talal Derki. Der gebürtige Syrer reiste zurück in sein Heimatland, wo er das Vertrauen einer radikal-islamischen Familie gewann. Mehr als zwei Jahre lang begleitete er ihren Alltag. Das Ergebnis ist ein Einblick in das Leben zweier Jungs, die im Herrschaftsbereich des radikalen Islams aufwachsen. Gleichzeitig wird deutlich, dass Familienstrukturen – besonders die Beziehung zwischen Vater und Sohn – durchaus vergleichbar sind, wenngleich die Vorzeichen völlig andere sind.

»Wir hatte nicht nur eine tolle Nacht, sondern auch eine wunderbare Woche«, sagte Frerich nach der großen Show in Hollywood, die dieses mal ohne Moderator auskam. »Die Akademie hat sich gut um uns gesorgt.« Jeden Abend habe es Begegnungen mit anderen Regisseuren gegeben. »Nicht nur Smalltalk, sondern tief gehende Gespräche.«

In Elsen aufgewachsen

Frerich wuchs in Paderborn-Elsen auf und machte am Gymnasium Schloß Neuhaus Abitur. Er absolvierte eine Ausbildung als Mediengestalter beim Bayerischen Rundfunk und ist preisgekrönter Mischtonmeister. »Das mache ich auch noch – etwa zu 50 Prozent.«

In der anderen Hälfte seiner Arbeitszeit ist er Produzent und einer von vier Geschäftsführern der Filmproduktionsfirma Basis Berlin. Eigenen Angaben zufolge arbeitet er demnächst als Mischer an einer Netflix-Produktion mit. Welche genau, dass wollte Frerich nicht verraten. Allerdings war er in der Vergangenheit bereits an der Mysteryserie »Dark« mit Oliver Masucci beteiligt.

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