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Uni Paderborn entwickelt Brettspiel über Künstliche Intelligenz

Keine Angst vor Alexa und Co.

Paderborn (WB). Müssen wir in Zukunft vor Künstlicher Intelligenz Angst haben? Nein, sagt Simone Opel von der Uni Paderborn. Für das vom Bund unterstütze Wissenschaftsjahr 2019 hat sie jetzt mit Kollegen ein Spiel entwickelt, das bereits Kinder und Jugendliche über die gar nicht so neue Technik aufklären soll – komplett analog, mit Spielkarten und Anleitung auf Papier.

Timo Gemmeke

Will Schüler mit dem Thema Künstliche Intelligenz vertraut machen: Simone Opel von der Uni Paderborn. Foto: Timo Gemmeke

Vorbild für das Spiel mit dem Titel »Mensch, Maschine!« ist technisches und mathematisches Know-How aus den späten 1950ern. Der Mathematiker Martin Gardner veröffentlichte damals eine Schrift über die »game-learning-machine« – eine Maschine, der man ein Spiel beibringen kann. »Damit war Gardner seiner Zeit nicht nur Jahrzehnte voraus«, erklärt Simone Opel von der Didaktik der Informatik an der Uni Paderborn, die das Spiel mit ihrem Kollegen Prof. Dr. Carsten Schulte entwickelt hat. »Gardners Idee hat auch den Grundstein für die heutigen KI’s gelegt.«

Wie Maschinen vom Menschen lernen

»Mensch, Maschine!« soll Schülern ab der siebten Klasse zeigen, wie maschinelles Lernen funktioniert. Angelehnt an das traditionelle Bauernschach, spielen dabei bis zu fünf Spieler gegen die »Maschine«; jeder Spieler übernimmt verschiedene Rollen im Spielablauf. Verteilt auf insgesamt drei Runden werden mehrere vorgegebene Spielzüge durchlaufen. Welcher von mehreren möglichen Zügen gespielt wird, entscheidet der Zufall – die Karten werden gemischt und verdeckt gezogen. Gewinnt die Runde der Mensch, werden die vorher gespielten Züge der Maschine auf einer Liste mit allen anderen Möglichkeiten abgestrichen. »So merkt sich die Maschine, welcher Weg Erfolg bringt und welcher nicht«, erklärt Simone Opel. Gewinnt der Mensch etwa 15 Mal, kennt die Maschine alle fehlerhaften Züge – und kann nur noch siegen.

Auch über ethische Aspekte wird informiert

Dieses Potenzial erkannte Martin Gardner schon vor mehr als einem halben Jahrhundert. »Maschinelles Lernen ist keine neue Erfindung, auch wenn die Technik heute viele Lebensbereiche erobert«, sagt Simone Opel. Angst vor einer dystopischen Übernahme durch Roboter – wie sie auch Gardner schon ähnlich beschrieb – müsse man allerdings auch heute nicht haben. »Dass KIs wie Menschen werden, ist noch lange nicht möglich. Solange wir die Technik für vernünftige Zwecke, beispielsweise in der Medizin, nutzen, können wir nur davon profitieren.«

Über ethische Aspekte der KIs informiert ein Begleitbuch, das in sechs Kapiteln ebenso Themen wie Alltagserfahrungen, historische Entwicklung und technische Funktionsweise aufgreift.

Spiel und Begleitbuch ab jetzt erhältlich

Entwickelt wurde das Spiel für die Jugendaktion im Wissenschaftsjahr 2019, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit Wissenschaft im Dialog (WiD) unterstützt wird. Das Spiel kann jetzt bestellt werden, ab September wird es ausgeliefert.

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