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Betreiber des Paderborner Riemekehofes kritisieren Gesundheitsministerium

Keine Impfungen im betreuten Wohnen

Paderborn

Senioren, die in Einrichtungen des betreuten Wohnens leben, haben derzeit keine Chance auf einen Impftermin im eigenen Haus. Sie müssen – anders als Bewohner von Seniorenheimen – ins Impfzentrum nach Salzkotten fahren. Das bestätigte der Leiter des Impfzentrums, Dr. Gregor Haunerland, auf Anfrage.

Ingo Schmitz

Am Montag haben einige Senioren ihren Termin wegen der Glatteisgefahr nicht wahrgenommen. Sie können den Termin an diesem Dienstag nachholen. Foto: Jörn Hannemann

Der Riemekehof an der Paderborner Pontanusstraße mit rund 80 Senioren im betreuten Wohnen – zum größten Teil alle über 80 Jahre – hatte für die Erstimpfung entsprechende Dosen bestellt. Auch ein Arzt war bereits gefunden, der die Impfungen hätte durchführen wollen. Doch zwei geplante Termine für die Erstimpfungen am 27. Januar und am 13. Februar mussten wieder abgesagt werden, wie Geschäftsführerin Iliane Dingel-Padberg von der 60-up-Dienstleistungs GmbH berichtet. Die Absage kam vom Leiter des Impfzentrums Dr. Gregor Haunerland. Nach seinen Angaben ist es seitens des NRW-Gesundheitsministeriums derzeit untersagt, Senioren, die nicht in einem vollstationären Seniorenwohnheim leben, außerhalb eines Impfzentrums zu impfen. Da Einrichtungen des betreuten Wohnens nicht mit stationären Einrichtungen gleichgesetzt sind, könne man derzeit eben keine Ausnahme machen – leider, wie der Arzt bedauert.

Dem Leiter des Impfzentrums macht die Geschäftsführerin des Riemekehofes übrigens keinen Vorwurf. Ihre Kritik richte sich vielmehr an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), sagte Dingel-Padberg am Montag dieser Zeitung. „Die Entscheidungen, die in Düsseldorf am grünen Tisch getroffen werden, sind nicht nachzuvollziehen“, ärgert sich die Leiterin.

Dennoch konnte im konkreten Fall eine andere Lösung gefunden werden, berichtete Dr. Haunerland dieser Zeitung. So habe sich in der vergangenen Woche sehr kurzfristig abgezeichnet, dass es im Impfzentrum in Salzkotten einen Überschuss von 30 Impfdosen geben werde. Hintergrund sei, dass pro Biontech/Pfizer-Fläschchen mehr Impfstoff gewonnen werden kann, als vom Hersteller angekündigt. Weil dieser Impfstoff zu verfallen drohte, habe sich das Impfteam um Dr. Haunerland dazu entschlossen, Senioren zu impfen, die zur Priorisierungsgruppe 1 gehören und älter als 80 Jahre sind. Da das alles sehr schnell gehen musste, habe man den Riemekehof kontaktiert. Hier sei es gelungen, innerhalb von zwei Stunden die Angehörigen der Bewohner zu informieren. Diese hätten die Senioren einzeln zum Impfzentrum gebracht.

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