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Vor 50 Jahren erstmals Frauen dabei

Kolpingsfamilie St. Heinrich Paderborn ehrt Mitglieder und erinnert an eine „revolutionäre Zeit“

Paderborn

Bei der gut besuchten Mitgliederversammlung konnte Dr. Joachim Brödder viele Mitglieder für ihre lange Treue zur Kolpingsfamilie St. Heinrich Paderborn ehren. Die Ehrungen nimmt die Kolpingsfamilie zugleich zum Anlass, um auf die Geschichte zurückzublicken.

Die Kolpingsfamilie St. Heinrich Paderborn ehrte zahlreiche treue Mitglieder. Foto: KFD St. Heinrich

Für ihre 50-jährige Mitgliedschaft wurden Monika Böttger, Marianne Kemper, Gisela Mürhoff, Ursula Mürhoff und Bernadette Stohldreier geehrt.

Dass diese Frauen für eine so lange Mitgliedschaft geehrt werden konnten, ist schon etwas Besonderes. Denn: „Vor 50 Jahren wurden erstmalig Frauen in die Kolpingsfamilie St. Heinrich Paderborn aufgenommen“, blickt die Kolpingsfamilie zurück. Bis dahin war die Rolle der Frau in der Kolpingsfamilie demnach auf das Zubereiten und Servieren von Mahlzeiten, zur Stärkung der Männer, wie etwa beim Josefschutzfest, oder dem jährlichen Kolpinggedenktag, begrenzt. „An diesen Veranstaltungen durften Frauen nicht teilnehmen, ihr Platz war in der Küche“, teilt die Kolpingsfamilie weiter mit.

Im Februar 1971 beschloss der Vorstand unter Leitung des Altseniors KB Franz Brinkmann die Gründung einer männlichen und weiblichen Jungkolpinggruppe. „Das war damals ein revolutionärer Vorschlag“, würdigt die Kolpingsfamilie noch heute diese Initiative. 1971 wurden erstmals Jugendliche unter 18 Jahren aufgenommen. Die Weichen zu einem geschlechterübergreifenden Verband waren damit auch gestellt, doch noch war Frauen die Mitgliedschaft in der Kolpingsfamilie nicht gestattet. Im Winter 1971/72 wurde dann die Erweiterung der Kolpingjugend der Kolpingsfamilie St. Heinrich Paderborn beschlossen und die Gründung einer Mädchengruppe ins Leben gerufen. Ursula Mürhoff und Ilse Asshoff wurden als erste Gruppenleiterinnen gewonnen. „Heute sind Frauen nicht nur Gruppenleiterinnen, sie sind aus der Vorstandsarbeit nicht mehr wegzudenken“, unterstreicht die Kolpingsfamilie in ihrer Mitteilung aus Anlass ihrer Mitgliederversammlung. „Die Kolpingsfamilie St. Heinrich ist der katholischen Kirche schon 50 Jahre voraus. Vielleicht nehmen sich die kirchlichen Verantwortlichen ein Beispiel daran und schaffen es, dass auch durch die Unterstützung von Maria 2.0, neues Leben in und mit der Kirche geweckt wird“, appelliert die Kolpingsfamilie.

Geehrt wurden in diesem Jahr in der Kolpingsfamilie auch: Willi Mehring, Dieter Nolden, Hans-Jochem Stilkenbäumer (40 Jahre Mitgliedschaft); Arnd Bösenecker, Andreas Tipp, Marilies Droll, Anita Knust, Stefan Neuwöhner, Monika Strzelcok (25 Jahre Mitgliedschaft).

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