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Interessengemeinschaft Paderborner Innenstadt kritisiert Stadtmarketing-Struktur

Kompetenz soll gebündelt werden

Paderborn (WB). Die Innenstadt Paderborn steht weiterhin vor großen Veränderungen, Herausforderungen und Problemfeldern. Das ist der Tenor der Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft Innenstadt. Größtes Gesprächsthema waren die Königsplätze.

Die Sprecher der Interessengemeinschaft Innenstadt kritisieren die derzeitige Struktur des Stadtmarketings: (von links) Dr. Heinz Tegethoff, Volker Schultze, Astrid Hunstig, Dieter Honervogt, Antonius Linnemann und Peter Maul. Foto:

Die Bauarbeiten bei den Königsplätzen I seien in der Endphase, es gebe bei der Vermietung der wesentlichen Immobilien hoffnungsvolle Ansätze, aber noch keine endgültigen Erfolgsmeldungen, hieß es. Das gelte auch für den ehemaligen zentralen Busbahnhof.

Sehr begrüßt wurden die von Volker Schultze, Leiter des Stadtplanungsamts, vorgetragenen Planungen für die Revitalisierung der Königsplätze II. Die Mitglieder sehen es für wesentlich an, den bisherigen relativ kleinen Durchgang vom zukünftigen zentralen Busbahnhof an der Westernmauer zu den Königsplätzen/Brückengasse größer und attraktiver zu gestalten, da dieser Bereich das Eingangstor zur City und damit die erste Visitenkarte der Innenstadt darstelle. Dass die Stadt mit dem Erwerb zusätzlichen Eigentums hierzu erste Voraussetzungen geschaffen habe, wird von den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Innenstadt begrüßt. Angeregt wurde in diesem Zusammenhang eine Verkehrsberuhigung der Brückengasse.

Lärm- und Verkehrsprobleme an der Westernmauer

Ein »bekanntes Problem« seien Lärm- und Verkehrsprobleme an der Westernmauer, die Astrid Hunstig, Besitzerin eines Geschäftes an der Westernmauer, ansprach. Für die Anlieger seien in dem Abschnitt zwischen Alte Torgasse und Westernstraße die »nächtlichen Lärmbelästigungen durch alkoholisierte Personen sowie an- und abfahrende Fahrzeuge an Wochenenden oft unerträglich«, kritisierte sie.

Polizei und BOSS hätten bereits stärker kontrolliert und Platzverweise ausgesprochen. Astrid Hunstig als Anliegerin und neue Sprecherin der Interessengemeinschaft zeigte sich erfreut über die Zusage der Polizei, stärkere Präsenz zu zeigen.

Neubau der Brücke über die Bahnhofstraße Risiko für Handel

Als problematisch werden auch von der Interessengemeinschaft Innenstadt die bisherigen Planungen für den Neubau der Brücke über die Bahnhofstraße angesehen. Antonius Linnemann: »Die Ankündigung der Stadt, die Brücke für ihren Neubau drei Jahre zu sperren, wäre angesichts des spürbaren Rückgangs der Passanten-Frequenz in der City für viele Geschäfte nicht zu verkraften.« Mit Ausnahme weniger Monate sollte zumindest die Fahrbahn in Richtung Innenstadt offen bleiben, forderte auch Peter Maul.

Kritik an Struktur und Zusammenarbeit im Stadtmarketing

Als verbesserungswürdig beurteilen die Sprecher der Interessengemeinschaft auch die Struktur und die Zusammenarbeit des Stadtmarketings. Eine Vielzahl von städtischen Institutionen und Abteilungen wie Stadtmarketing und Öffentlichkeitsbereich, Verkehrsverein, Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Baustellenmanagement sowie Innenstadtakteuren wie Werbegemeinschaft, Citymanager, Innenstadt-, Peripherie- und Quartiersinteressengemeinschaften seien für die Stadt Paderborn tätig. »Dadurch gab es in der Vergangenheit Abstimmungsprobleme. Es bestehe die Gefahr uneffektiven Arbeitens und des Nebeneinanderarbeitens«, kritisiert die Interessengemeinschaft. »Angesichts der (Einzelhandels-)Probleme und weiteren Herausforderungen in der Innenstadt ist es wichtig, die Aktivitäten der städtischen und ehrenamtlichen Innenstadtakteure neu zu strukturieren, um mit einer Stimme zu sprechen und einen engen Gedanken- und Kommunikationsaustausch zu haben«, sagte Sprecher Dr. Heinz Tegethoff. Diese neue Organisationseinheit könne nur bei der Stadt liegen. Diese Einschätzung entspreche auch den in anderen Städten gemachten Erfahrungen und Entscheidungen. »Die Aufgabe wäre einer starken Persönlichkeit zu übertragen, die mit einem hinreichenden Budget auszustatten ist«, sagte Tegethoff. Die bisherigen ehrenamtlichen Akteure und Institutionen sollten ihre Eigenständigkeit behalten, jedoch sich koordinierter einbringen.

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