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Sachbeschädigung und Feuchtigkeit: Meinolfuskapelle in Schloß Neuhaus ist sanierungsbedürftig

Komplizierte Kostenfrage

Paderborn-Schloß ...

Die idyllische Lage der Meinolfuskapelle im Wilhelmsberg birgt gleichzeitig Probleme in der Unterhaltung der kleinen Kapelle, die seit 1984 unter Denkmalschutz steht. Zum einen werden regelmäßig mutwillige Beschädigungen festgestellt, zum anderen setzt die Feuchtigkeit dem Mauerwerk zu.

Maike Stahl

Es besteht kein Zweifel darüber, dass die Meinolfuskapelle im Wilhelmsberg in Schloß Neuhaus sanierungsbedürftig ist. Unklar ist jedoch, wer genau für was zuständig ist und wer die Kosten einer Sanierung übernehmen müsste. Foto: Oliver Schwabe

Seit einem Jahr gibt es zwar Ideen, mit welchen Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden kann und sollte – allein die Umsetzung lässt auf sich warten. Deshalb wollte die CDU jetzt im Bezirksausschuss Schloß Neuhaus/Sande wissen, woran es denn nun eigentlich hapert.

Es sind offenbar die komplizierten Eigentumsverhältnisse, die einer Sanierung bisher Steine in den Weg gelegt haben, erläuterte Stadtdenkmalpfleger Thomas Günther. „Die Stadt ist für Pflege und Unterhaltung zuständig. Dafür engagiert sich der Bürgerschützenverein Schloß Neuhaus seit vielen Jahren ehrenamtlich“, erläuterte Günther. Das Land habe aber die Patronatsverpflichtung und sei damit für die Bauunterhaltung zuständig. Genutzt werde die Kapelle durch die katholische Pfarrei Heiliger Martin Schloß Neuhaus.

Mehrere Maßnahmen geplant

Nachdem um die Jahreswende 2019/2020 die Fenster der Kapelle bei einem Einbruchsversuch erheblich beschädigt worden sind, gab es vor genau einem Jahr einen Ortstermin im Wilhelmsberg, bei dem mehrere Maßnahmen befürwortet wurden. Zum einen sollte Strom zur Kapelle gelegt werden, um eine Außenbeleuchtung mit Bewegungsmeldern anbringen zu können. Zudem sollten die Feuchtigkeitsschäden in Angriff genommen werden, die unter anderem durch die „desaströse“ Verfugung entstanden seien, zeigte Günther anhand einiger Fotos.

Innen habe sich Schimmel gebildet, weil mit wasserundurchlässiger Farbe nachgestrichen worden sei. Für die Wintermonate sollte versucht werden, einen Kältewächter oder etwas dergleichen zu installieren. Ferner sollte außen Sicherheitsglas angebracht werden, um die Fenster der Kapelle vor weiteren Beschädigungen zu schützen.

„Bei der Frage der Kosten wird es allerdings interessant. Denn die Patronatsverpflichtung sieht zwar vor, dass die Bezirksregierung die bauliche Reparaturen übernimmt, Sturm- und Vandalismusschäden sowie eine technische Aufrüstung sind aber ausgenommen“, erläuterte Günther. Das bedeute, dass die Stadt alle Arbeiten übernehmen müsse, die nicht die Außenhaut betreffen. Der Vorschlag des Stadtdenkmalpflegers zum weiteren Vorgehen sieht vor, dass das Gebäudemanagent der Stadt (GMP) zunächst einen Sanierungsplan entwirft, die Arbeiten ausgeschrieben werden und dann die Absprache mit der Bezirksregierung bezüglich der Kosten erfolgt.

Michael Pavlicic, Ortsheimatpfleger, Schützoberst und Mitglied des Bezirksausschusses, drängte, dass die Angelegenheit jetzt allerdings zügig in Angriff genommen werden müsse. „Sonst machen die Schützen das selbst, wie sie es für richtig halten.“

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