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10,6 statt 7,8 Millionen Euro für den geplanten Verwaltungsneubau

Kostenexplosion beim Kreis Paderborn

Paderborn (WB). Kostenexplosion beim geplanten Kreishausneubau an der Riemekestraße: Statt der bisher geplanten 7,8 Millionen Euro soll das neue Gebäude 10,6 Millionen Euro kosten. Dies ergab das Ausschreibungsergebnis. Die Kreisverwaltung will jedoch an dem Vorhaben festhalten und schlägt noch für das laufende Haushaltsjahr die zusätzliche Bereitstellung dieser 2,8 Millionen Euro vor.

Bernhard Liedmann

In Fortsetzung des Neubaus (rechts) aus dem Jahr 2015 sollte der weitere Verwaltungsneubau für mehr als 170 Arbeitsplätze entstehen. In 2017 für 7,8 Millionen Euro beschlossen und geplant betragen die Kosten eineinhalb Jahre später satte 10,8 Millionen Euro. Am Montag soll der Beschluss fallen. Foto: Jörn Hannemann

Eigentlich sollte bereits in diesem Jahr der Startschuss für den Neubau an der Riemekestraße erfolgen. Ob der Kreisausschuss am Montag dem Vorschlag der Verwaltung über eine mehr als 30-prozentige Kostensteigerung folgen wird, ist offen, zumal bereits für das laufende Haushaltsjahr mehr als fünf Millionen Euro aus der Ausgleichsrücklage entnommen wurden.

Baukosten steigen von 4,7 auf 7,2 Millionen Euro

»Nach Vorliegen von über 80 Prozent der Ausschreibungsergebnisse sind die kalkulierten Kosten leider nicht zu halten. Die Baubranche boomt, die Auftragsbücher sind prall gefüllt, die Materialkosten enorm gestiegen. Und das schlägt sich auch in den Preisen nieder«, so die Erklärung des technischen Dezernent der Paderborner Kreisverwaltung, Martin Hübner, in einer Pressemitteilung des Kreises am Freitag.

Zu 83 Prozent haben nur die Baukosten zum Millionen-Mehraufwand geführt. Mit 4,7 Millionen Euro veranschlagt betragen sie nun 7,2 Millionen Euro. Die Baunebenkosten nebst technischen Anlagen über zusammen 3,3 Millionen Euro blieben fast gleich. Abgerechnet wurden für den Neubau schon 375.000 Euro für Ingenieurleistungen.

Ganz bewusst habe die Kreisverwaltung über 80 Prozent der Gewerke gleichzeitig ausgeschrieben, um einen Gesamtüberblick über die tatsächlichen Kosten zu bekommen, so die Verwaltung in der Pressemitteilung weiter. Die Verwaltung rechnet nun zusätzlich noch einmal mit rund 2,8 Millionen Euro, um den Neubau ohne Veränderungen realisieren zu können.

Vom Land kommen nur 3,8 Millionen Euro

Insgesamt kostet der Erweiterungsbau des Kreishauses dann rund 10,6 Millionen Euro statt der bisher geplanten 7,8 Millionen Euro. Das Land beteiligt sich mit 3,8 Millionen Euro im Rahmen des Kommunalinvestitionsfördergesetzes. Die fehlenden Mittel müssen außerplanmäßig bereitgestellt und bewilligt werden.

Im April 2017 hatte die Kreisverwaltung dem Paderborner Kreistag das Gebäudekonzept vorgelegt, getreu dem Motto »Raus aus der Anmietung, rein in einen Neubau«. Dieses soll sicherstellen, nicht nur den Raummangel zu beheben, sondern auch die Unterbringung zusätzlich benötigter Arbeitskräfte zu ermöglichen.

Angemietet sind bislang Räume des ehemaligen Barmer-Gebäudes an der Rathenaustraße. Hier ist unter anderem das Beratungszentrum für Alter und Pflege untergebracht. Zwischenzeitlich musste zudem das marode Gebäude an der Riemekestraße 51, bekannt als die so genannte alte Villa, abgerissen werden.

Dort war bislang die Psychologische Beratungsstelle für Schule, Jugend und Familie untergebracht. Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung ergab Vorteile für den Neubau im Vergleich zu den Kosten der bisherigen Anmietung, sagt der Kreis.

Erweiterungsbau bietet Platz für 175 Arbeitsplätze

Vorgestellt und durchgerechnet worden waren insgesamt fünf Alternativen. Der Paderborner Kreistag hatte sich in seiner Sitzung im Juli 2017 für den Erweiterungsbau auf dem Gelände des Kreishauses bei Aufgabe der angemieteten Räume ausgesprochen. Der Erweiterungsbau bietet Platz für 175 Arbeitsplätze.

Diese Lösung sei nicht nur die preisgünstigste sondern habe auch den Vorteil, dass alle Ämter unter einem Dach untergebracht seien. »Trotz des Preisanstiegs ist die Neubauvariante immer noch deutlich kostengünstiger als die Variante kleinerer Bau und Anmietung zusätzlicher Gebäude«, bekräftigt Kreiskämmerer Ingo Tiemann.

Die Kostenexplosion wirft jedoch jetzt schon dunkle Wolken auf weitere Projekte. So soll für acht Millionen Euro ein neuer Kreisbauhof auf der Alten Schanze errichtet werden. Gerechnet wird mit einer Investition von acht Millionen Euro. Optimistisch ging man bisher von einem Baubeginn im Jahr 2020 aus. Ausschreibungen sind jedoch noch nicht erfolgt.

An der Riemekestraße hatte die Kreisverwaltung bereits im Jahr 2015 einen Verwaltungsneubau für mehr als drei Millionen Euro errichtet.

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