1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. Krankenhäuser in Paderborn und Marsberg wollen fusionieren

  8. >

Aktualisiert: Seit Monaten Gespräche zur Prüfung einer Bündelung der Angebote

Krankenhäuser in Paderborn und Marsberg wollen fusionieren

Paderborn

Die Paderborner Krankenhauslandschaft gerät erneut in Bewegung. Nachdem Ende Februar das Johannisstift aufgrund von Personalmangel seine Geburtsstation schließen musste, geht das evangelische Krankenhaus jetzt eine enge Verbindung mit dem Brüderkrankenhaus und dem Sankt-Marien-Hospital in Marsberg ein.  

Von Dietmar Kemper

Das Brüderkrankenhaus St. Josef in Paderborn soll dem Verbund angehören. Foto: Oliver Schwabe

Die Versorgungsangebote sollen zusammengeführt werden, um durch einen starken Verbund die wirtschaftlichen Herausforderungen meistern zu können, kündigten die Häuser am Dienstag an.

Ob die Krankenhäuser fusionieren oder eigenständig bleiben, ist angeblich noch unklar. Die Sprecherin des Brüderkrankenhauses und der BBT-Gruppe in der Region, Simone Yousef, sagte auf Nachfrage: „Dazu kann man zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen. Die Partner haben zunächst nur die Absicht bekundet, in einem mehrjährigen Prozess die Versorgungsangebote ihrer Krankenhäuser zu einem gemeinsamen Gesundheitsdienstleister zusammenzuführen.“

Eine gemeinsame Medizinstrategie zu entwickeln, sei das Ziel. Ob Abteilungen, die es in allen Häusern gibt, überflüssig und geschlossen würden, dazu könne man zum aktuellen Zeitpunkt ebenso wenig etwas sagen wie zu den Folgen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Auch das Krankenhaus St. Johannisstift in Paderborn ist Teil der Pläne.  Foto: Oliver Schwabe

Hinter der Abkürzung BBT steckt die Barmherzige Brüder Trier gGmbH. Dem christlichen Träger von Krankenhäusern und Sozialeinrichtungen gehören in der Region das Brüderkrankenhaus Sankt Josef Paderborn und das Sankt-Marien-Hospital Marsberg an. Hinzu kommen Haus- und Facharztpraxen. Die drei Krankenhäuser, die sich jetzt zu einem Verbund zusammenschließen wollen, beschäftigen zusammen 2200 Frauen und Männer, die jährlich 35.000 Patienten stationär und 65.000 ambulant versorgen. Dazu gehören zwei Pflegeschulen mit 800 Plätzen.

Die Gespräche für den Verbund haben demnach vor mehreren Monaten begonnen, und der Prozess der Zusammenführung wird voraussichtlich mehrere Jahre dauern. Johannisstift-Vorstandssprecher Martin Wolf verwies darauf, dass die Zusammenarbeit mit dem Brüderkrankenhaus bereits Alltag sei. Gynäkologen, Urologen und Chirurgen betrieben gemeinsam das Kontinenzzentrum OWL. Der kaufmännische Direktor und Regionalleiter der BBT-Gruppe für Paderborn/Marsberg, Siegfried Rörig, sagte, die Ausweitung der Kooperation trage zur langfristigen Sicherung einer qualitativ hochwertigen und wohnortnahen medizinischen Versorgung im Paderborner Land und östlichen Hochsauerland bei. Laut BBT werden die Patienten von einem erweiterten hochspezialisierten medizinischen Angebot profitieren und die Kliniken,  etwa durch den Bildungscampus des Johannisstifts, ihre Attraktivität für Mitarbeiter erhöhen.

Sankt-Vincenz-Kliniken gehören Verbund nicht an

Die Sankt-Vincenz-Kliniken gehören dem neuen Verbund nicht an. Allerdings kooperieren sie bereits beim B+V Laborzentrum mit dem Brüderkrankenhaus. Außerdem stellen die Vincenz-Kliniken die Geburtshilfe in Paderborn über die Frauen- und Kinderklinik Sankt Louise und das Krankenhaus Sankt Josef in Salzkotten sicher.

Die verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Kliniken ist auch eine Reaktion auf den neuen Landeskrankenhausplan für NRW, der den medizinischen Einrichtungen mehr Kooperation und Koordination nahelegt. Das Brüderkrankenhaus, Johannisstift und Marien-Hospital wollen bei der Arbeit nach eigenen Angaben einen „christlich-ökumenischen Geist“ vorleben. Als Leitgedanken haben sie sich gegeben: „Wir machen Zukunft. Gemeinsam. Für Menschen.“ Der Zusammenführung muss das Bundeskartellamt zustimmen.

Startseite
ANZEIGE