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Sparkasse Paderborn-Detmold nimmt Stadtsparkasse Blomberg auf

Kritik an geplanter Sparkassenfusion

Paderborn/Blomberg (WB). Die Sparkasse Paderborn-Detmold strebt die nächste Fusion an: Die kleine Stadtsparkasse Blomberg soll schon in Kürze in dem Großinstitut aufgehen. Doch das scheint nicht allen zu gefallen. Kritik kommt aus der Belegschaft.

Ingo Schmitz

In der Hathumarstraße in Paderborn ist der Hauptsitz der Sparkasse Paderborn-Detmold. Foto: Jörn Hannemann

Durch den Zusammenschluss treffen Welten aufeinander: Die Paderborner Bank hatte im Jahr 2018 eine Bilanzsumme von 7,2 Milliarden Euro und beschäftigte 1237 Mitarbeiter. Die Blomberger kamen 2018 auf 301 Millionen Euro und 59 Angestellte. Die Blomberger haben lediglich ihre Hauptstelle in der Rosenstraße, das Filialnetz der Sparkasse Paderborn-Detmold erstreckt sich von Bad Wünnenberg, Paderborn, Hövelhof, Lügde, Altenbeken, Detmold, Lage, Augustdorf, Salzkotten und Büren über Marsberg, Schlangen, Barntrup, Lichtenau, Borchen, Horn-Bad Meinberg und Bad Lippspringe bis nach Lügde.

Langjährige Zusammenarbeit mit der Sparkasse Lemgo

Dass die kleine Stadtsparkasse fusioniert, um zukunftsfähig zu bleiben, ist den lippischen Mitarbeitern offensichtlich einsichtig. Sie fragen sich allerdings, warum es ausgerechnet die Paderborner Bank sein muss, wo es doch schon eine langjährige Zusammenarbeit mit der Sparkasse Lemgo gebe. Diese ist mit einer Bilanzsumme von 3,1 Millionen Euro und 540 Mitarbeitern nur halb so groß wie die Sparkasse mit ihrem Hauptsitz in der Paderborner Hathumarstraße.

Einige Mitarbeiter aus dem Lippischen halten die Entscheidung für falsch. Sie befürchten, dass mit der Entscheidung für Paderborn ein enormer Arbeits- und Organisationsaufwand verbunden ist. Auch die Kosten dürften höher ausfallen. Weil bereits heute einige Arbeitsbereiche der Blomberger Sparkasse in Lemgo erledigt würden, wäre es aus Sicht der Belegschaft einfacher gewesen, sich komplett mit Lemgo zusammen zu schließen.

Größter Kritikpunkt sei aber die räumliche Entfernung: Es wird befürchtet, dass die Sparkasse Blomberg künftig als Filiale mit großer Entfernung zum Hauptsitz ihre Relevanz verlieren werde. Das sei weder für Kunden noch Mitarbeiter gut.

Keine Stellungnahmen am Mittwoch

Für diesen Donnerstag hat die Stadtsparkasse Blomberg eine Pressekonferenz anberaumt, um Informationen zur geplanten Fusion zu geben. Eine Stellungnahme war am Mittwoch weder von Peter Müller, Vorsitzender des Vorstandes in Blomberg, noch von der Sparkasse Paderborn-Detmold zu bekommen. Müller hatte zudem ausdrücklich darum gebeten, vorab nicht zu berichten.

Nach Informationen dieser Zeitung muss die Fusion noch durch die politischen Gremien abgesegnet werden. Der Rat der Stadt Blomberg soll demnach Anfang Februar über die Fusion rückwirkend zum 1. Januar 2020 abstimmen. Das sei aber wohl nur eine Formalie.

Die Sparkasse Paderborn war im Jahr 2012 mit der Sparkasse Detmold fusioniert. Angesichts der letzten bekannten Bilanzsumme von 7,2 Milliarden Euro im Jahr 2018 ist sie die größte Sparkasse in Ostwestfalen-Lippe und nach eigenen Angaben drittgrößte Sparkasse im Sparkassenverband Westfalen-Lippe.

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