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Paderborner Museumsleiterin Dr. Andrea Wandschneider in Ruhestand verabschiedet

»Kulturbotschafterin der Stadt«

Paderborn (WB). In einer Feierstunde im Audienzsaal des Neuhäuser Schlosses ist am Sonntagabend die Leiterin der Städtischen Museen und Galerien, Dr. Andrea Wandschneider, in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit ihr scheide nach 26 Dienstjahren »eine wirkliche Kulturbotschafterin der Stadt« aus dem Amt, sagte Bürgermeister Michael Dreier.

Manfred Stienecke

Bürgermeister Michael Dreier überreicht Dr. Andrea Wandschneider zum Abschied Blumen. Foto: Manfred Stienecke

Die 1993 aus Delmenhorst nach Paderborn gekommene Kunsthistorikerin sei immer mit enormem und vorbildlichem Einsatz für die Stadt in Bewegung gewesen und habe »oft genug rund um die Uhr gearbeitet«, würdigte Dreier den Arbeitseifer der 63-Jährigen bei der Vorbereitung und Durchführung der Ausstellungen in der Reithalle, in der ehemaligen Galerie Am Abdinghof und im Kunstmuseum im Schlosspark.

Gabe einer ansteckenden Begeisterung

Kulturdezernent Carsten Venherm würdigte in seinen Abschiedsworten den »extrem hohen Grad an Perfektionismus«, mit dem Andrea Wandschneider das Profil der Städtischen Galerie entwickelt habe. Er habe sie stets als »unglaublich fleißige, akribisch arbeitende Persönlichkeit« erlebt, die zudem über die Gabe einer ansteckenden Begeisterung verfüge.

In seinem Festvortrag ließ der Münsteraner Kunsthistoriker Dr. Erich Franz einige Höhepunkte ihrer langjährigen Ausstellungstätigkeit noch einmal aufscheinen. Andrea Wandschneider habe in Paderborn »einen künstlerischen Erlebnispark aufblühen lassen.« Ihren Ausstellungen bescheinigte er »internationales Museumsniveau«. »Schade, dass Sie schon gehen!«, sagte er.

Werke berühmter Künstler in die Domstadt geholt

In ihrer 26-jährigen Tätigkeit hat Andrea Wandschneider Arbeiten zahlreicher großer Künstler nach Paderborn geholt. Sie öffnete das Schaufenster unter anderem für Drucke von Dürer und Rembrandt, Goya und Miró, für Bilder von Nolde und Kirchner, Picasso und Max Ernst, für Skulpturen von Barlach, Lehmbruck und Giacometti. Ein Höhepunkt war 2015 die große Werkschau der Brueghel-Familie mit Originalen aus den Museen von Amsterdam und Rotterdam.

»Ich habe vollkommene Freiheit bekommen, meine Projekte eigenständig zu entwickeln«, beschrieb die scheidende Galerieleiterin die Basis ihrer erfolgreichen Arbeit in Paderborn. »Auch der Kulturausschuss stand mit außerordentlichem Vertrauensvorschuss hinter mir.« Und wenn es einmal galt, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, dann habe sie auf den Freundeskreis der Städtischen Galerien zählen können.

In den 26 Dienstjahren, in denen sie den täglichen Weg zwischen dem Hauptbahnhof und dem Neuhäuser Schlosspark mit dem Rad zurücklegte, habe sie insgesamt 86.000 Kilometer unter die Pedale genommen, rechnete Andrea Wandschneider vor. Nicht nur für diese Leistung spendeten ihr die rund 60 Gäste der Feierstunde zum Abschluss stehend Applaus.

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