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Umbau im bestehenden Gebäude – Säle werden entzerrt – Verwaltung zieht um

Künftig mehr Platz in der Kulturwerkstatt

Paderborn (WB). Die Stadt Paderborn holt die Umbaupläne für die Kulturwerkstatt wieder aus der Schublade. Der Kulturausschuss votierte einstimmig dafür, das Projekt in das »Integrierte Stadtentwicklungskonzept« (ISEK) aufzunehmen.

Manfred Stienecke

Arnd Voß ist Leiter der Paderborner Kulturwerkstatt, die für einen wachsenden Nutzerkreis umgebaut werden soll. Foto: Manfred Stienecke

Dass das städtische Veranstaltungszentrum an der Bahnhofstraße aus den Nähten platzt, ist lange bekannt. Immer mehr Gruppen und Vereine nutzen die Möglichkeiten, hier zu arbeiten oder größere Veranstaltungen durchzuführen. Seit 2009 liege die Anzahl der Mitgliedsgruppen konstant über 100, erläuterte der Leiter der Kulturwerkstatt, Arnd Voß, in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses.

100.000 Besucher im Jahr

Seit 2008 kommen nach Angaben von Voß alljährlich gut 100.000 Besucher zu den Veranstaltungen – im Vorjahr waren es 482 – ins Haus, im Durchschnitt sind das 314 Gäste pro Tag. Für sie stehen neben den Gruppen- und Übungsräumen drei Veranstaltungsbereiche zur Verfügung, die allerdings wegen der ungenügenden Schallisolierung nicht parallel genutzt werden können. Deshalb sollen der Große Saal und der direkt angrenzende Kleinkunstsaal räumlich getrennt werden.

Dieses Projekt erfordert umfangreiche Umbaumaßnahmen im Erdgeschoss des ehemaligen Großmarktgebäudes. Die Planer wollen dabei die Gelegenheit nutzen, um die Decke des großen Veranstaltungssaals zu erhöhen – eine Maßnahme, die wegen der eingeschossigen Bauweise dieses Gebäudeteils möglich ist. Die Sitzplatzzahl – bisher sind es 280 – soll ebenfalls erhöht werden.

Insgesamt werde der Grundriss der Kulturwerkstatt in seiner jetzigen Form und Größe aber beibehalten, erläutert Voß. Durch den geplanten Umzug der Hausverwaltung in das auf dem Grundstück befindliche und ehemals von der Arbeitslosen-Initiative »Pigal« genutzte Gebäude werde im Haupthaus zusätzlicher Platz für die Gruppenarbeit geschaffen. Vorgesehen sei auch der Einbau eines Aufzugs, der im Haus Barrierefreiheit sichere. Zusätzliche Musik-Probenräume wolle man aber nicht schaffen, obwohl es hierfür großen Bedarf gebe.

Veranstaltungssaal für 1000 Gäste

Bei einer jüngst durchgeführten Anwohnerversammlung habe man breites Verständnis für die geplanten Umbaumaßnahmen gefunden, betonte Kulturdezernent Carsten Venherm im Kulturausschuss. »Wir sind seit 30 Jahren gute Nachbarn«, ergänzte Voß. »Die Arbeit in der Kulturwerkstatt ist von den Anwohnern immer sehr positiv begleitet worden.«

Auf die Frage von SPD-Ratsherr Carsten Büsse nach der zeitlichen Realisierung musste der Kulturwerkstatt-Chef die Antwort allerdings schuldig bleiben. »Es gibt noch keine konkrete Planung und Kostenermittlung«, sagte Voß. »Bisher wurde noch kein Bauantrag gestellt. Wir können aber von heute auf morgen loslegen und hoffen darauf, in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres mit vorbereitenden Maßnahmen beginnen zu können. Möglicherweise wird es auch 2020 werden.«

Bis dahin müsse man sich Gedanken darüber machen, wie die Bauzeit für die Nutzer überbrückt werden könne. »Wir wollen die Veranstaltungen nicht auf Null fahren«, so Voß. Dass man bei der Planung von ursprünglichen Überlegungen abgerückt sei, einen Veranstaltungssaal für bis zu 1000 Besucher auf dem Gelände zu realiseren, finde nicht nur bei den Nachbarn, sondern auch bei den Mitgliedern vorwiegend Zustimmung.

Künftig werden die Mitgliedsgruppen für die Nutzung der Räume eventuell einen geringen Betrag zahlen müssen. Arnd Voß bestätigte entsprechende Überlegungen, die aber erst im Entwurfsstadium seien.

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