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Amtsgericht: 30 Mähroboter und 25 Kettensägen gestohlen – zwei Männer kommen mit Bewährungsstrafe davon

Kurioser Einbruch in Paderborner Baumarkt

Paderborn

Von Georgien nach Paderborn ist es ein weiter Weg. Den haben drei Männer zurückgelegt, die angeblich ein Auto exportieren wollten. Die Fahrt endete nun im Saal 103 des Paderborner Amtsgerichts. Dort mussten sich zwei der drei Angeklagten am Freitag für einen Einbruch in den Hornbach-Baumarkt in Schloß Neuhaus verant­worten.

Ulrich Pfaff

Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Ob die Geschichte tatsächlich irgendwo im georgischen Bergland beginnt, ist unklar. Und ob die drei Georgier wirklich nach Deutschland gereist sind, um einen VW-Bulli in Hannover zu kaufen und ihn auf dem Umweg über Essen in die Heimat zu bringen, ist ebenfalls nicht belegt. Das jedenfalls behaupten zwei von ihnen. Der dritte Angeklagte musste noch nicht aussagen, denn er sitzt in der Justizvollzugsanstalt Hamm und darf diese wegen Corona-Quarantäne nicht verlassen.

Tatsache ist, und das ist in dem Prozess vor dem Paderborner Schöffengericht klar geworden:Die beiden Angeklagten und ihr mutmaßlicher Mittäter wurden in jener Nacht Ende September vergangenen Jahres in Schloß Neuhaus festgenommen, nachdem sie über das Dach und ein Fenster in den Baumarkt an der Heisenbergstraße eingestiegen waren. Dort holten sie eine beachtliche Menge an Diebesgut heraus, das sie in den Verkaufskartons zum Abtransport stapelten: 30 Mähroboter, 25 Kettensägen und noch ein paar Steckmodule, alles in allem ein Verkaufswert von 22.801,03 Euro. Die Einbrecher hatten Pech, denn einem Zeugen war das Gewusel auf dem Dach aufgefallen. Der Zeuge alarmierte die Polizei. Die drei Einbrecher saßen seither in Untersuchungshaft.

Täter war angeblich Profifußballer in Georgien

Vor dem Schöffengericht wurde jetzt den beiden von Quarantäne verschont gebliebenen Tätern der Prozess gemacht. Der eher breit gebaute Bartträger (47) mit vollem Haar, bestritt seinen Lebensunterhalt zuhause angeblich als Profifußballer, für 300 Lari pro Spiel, also etwa 75 Euro. Der andere, 34 Jahre alt, deutlich schmaler, gab seinen Beruf mit Buchhalter an. Zumindest diese beiden saßen also in dem VW-Bulli, und offenbar brauchten sie auf dem Weg von Hannover nach Essen in Höhe von Paderborn, kurz vor Mitternacht, eine Pause – und die wollten sie auf dem Parkplatz jenes Baumarktes verbringen. Dabei sei ihnen spontan die Idee gekommen, ihre georgischen Landsleute zuhause mit deutschen Baumarktprodukten zu erfreuen.

Weil die beiden ein Geständnis ablegten, wurden die Haftbefehle aufgehoben. Beide erhielten eine Bewährungsstrafe: eineinhalb Jahre wegen versuchten schweren Diebstahls. Zugute gerechnet wurde den beiden auch die Dauer der Untersuchungshaft von fünf gut Monaten. Dass die Drei theoretisch auch hätten eine Bande sein können, die noch weitere ähnliche Taten hätte begehen wollen, lag zwar für das Gericht angesichts des professionellen Vorgehens nicht fern, aber außerhalb des Beweisbaren.

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