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Neun Katholiken werden in Findungskommission gelost

Gläubige wirken an Wahl von neuem Paderborner Erzbischof mit

Paderborn

Bei der Suche nach einem Nachfolger für den Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker (74) sollen Laien in der Diözese eingebunden werden. Nach dem Rücktrittsgesuch von Becker an Papst Franziskus habe das für die Bischofswahl verantwortliche Metropolitankapitel die Weichen gestellt, um eine möglichst breite Beteiligung der Gläubigen bei der Findung von Kandidaten zu ermöglichen, teilte das Erzbistum am Dienstag mit.

Von epd

Erzbischof Hans-Josef Becker (74) hat den Papst um die Entbindung von den Amtspflichten gebeten. Foto: Besim Mazhiqi/Erzbistum Paderborn

Entsprechend zum 14-köpfigen Kapitel solle dazu eine gleich große Gruppe von Laien gebildet werden. Davon würden neun Vertreterinnen und Vertreter per Losverfahren in den Pastoralverbünden ermittelt. Drei weitere würden vom Diözesanpastoralrat benannt und je einer von der Direktorenkonferenz der Katholischen Schulen im Erzbistum sowie vom Diözesan-Caritasverband.

Zusammen erstellte die Gruppe aus 28 Personen eine Vorschlagsliste mit Namen für die Nachfolge Beckers, die das Kapitel über den Nuntius dem Apostolischen Stuhl zuleite. Die einzelnen Schritte sind den Angaben zufolge mit Erzbischof Becker abgesprochen und werden von ihm ausdrücklich begrüßt. Nach fast 20 Jahren an der Spitze des Erzbistums Paderborn hat Becker den Papst um die Entpflichtung von seinem Amt gebeten.

Über das Emeritierungsgesuch kann Papst Franziskus frei entscheiden. Erst mit der Annahme des Antrags wird der Erzbischöfliche Stuhl in Paderborn vakant. Die Wahl eines neuen Erzbischofs steht nach den Bestimmungen des sogenannten Preußenkonkordats zwischen Staat und Kirche dem Metropolitankapitel zu, das aus einer vom Vatikan übermittelten Liste mit drei Personen den neuen Oberhirten bestimmt.

Hintergrund der geplanten Laien-Beteiligung ist eine Empfehlung, die im Zuge des Reformprozesses der katholischen Kirche in Deutschland, dem „Synodalen Weg“, beschlossen worden war. Auf der dritten Versammlung hatten die Synodalen im Februar dafür votiert, dass sich die Domkapitel der deutschen Diözesen selbst dazu verpflichten, bei der Bestellung von Bischöfen stärker auf die Beteiligung von Laien zu setzen. Dazu sollen diözesane Räte gegründet werden, die genauso viele Mitglieder wie die Domkapitel haben und „möglichst geschlechter- und generationengerecht“ besetzt sein sollen, wie es im beschlossenen Handlungstext heißt.

Becker ist der vierte Erzbischof der Diözese Paderborn, deren Gebiet sich über Westfalen, Nordhessen und das südliche Niedersachsen erstreckt. Dort leben rund 1,4 Millionen Katholikinnen und Katholiken.

Becker hatte wenige Tage nach seinem 74. Geburtstag und damit relativ früh bekannt gegeben, dass er Papst Franziskus aus Altersgründen seinen Rücktritt angeboten habe. Katholische Bischöfe sind angehalten, in ihrem 75. Lebensjahr den Amtsverzicht anzubieten. Oft tun sie das kurz vor ihrem 75. Geburtstag.

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