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Corona-Impfungen im Kreis Paderborn haben begonnen – 100 Dosen im Bad Lippspringer Marienstift verabreicht

Landrat Rüther: „Ein kleiner Pieks, der Leben retten kann“

Bad Lippspringe/P...

Auch im Kreis Paderborn haben die Corona-Impfungen begonnen: Los ging es am Montagmorgen im Evangelischen Martinstift in Bad Lippspringe und einer weiteren vom Kreis nicht genannten Senioreneinrichtung. Bis zu 100 Impfdosen werde die Impfärztin Dr. Annegret Dersidan im Martinstift verabreichen, teilte der Kreis am Montagmittag mit.

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Margarete Frieler (90) ließ sich als erste im Evangelischen Martinstift von Dr. Annegret Dersidan (rechts) impfen (links: Pflegedienstleitung Regina Wegener). Foto: Evangelisches Martinstift gGmbH

Zu Beginn der deutschlandweit am Sonntag angelaufenen Impfaktionen stehen dem Kreis Paderborn zunächst 180 Impfdosen zur Verfügung. Bis zum 30. Dezember sollen 870 Impfdosen in insgesamt vier Alten- und Pflegeeinrichtungen zum Einsatz kommen. In allen Einrichtungen impfen hauseigene Ärztinnen und Ärzte. Wie berichtet, sollen dann bis zum 21. Januar 4000 Impfdosen der Firma Biontech geliefert werden.

Als erste hat sich im Martinstift die 90 Jahre alte Margarete Frieler, Bewohnerbeiratsvorsitzende in der Bad Lippspringer Einrichtung, impfen lassen. „Unsere Bewohnerinnen und Bewohner leisten ihren Beitrag zur Gesellschaft und schützen sich und andere“, sagte Geschäftsführerin Birgit Heckers. Als zweite ließ sich Mitarbeiterin Nina Abrahams (30) impfen. Heckers: „Einige sind natürlich etwas aufgeregt, die meisten aber entspannt, hier machen alle mit.“

Landrat Christoph Rüther sagte am Montag: „Es ist ein kleiner Pieks, der Leben retten kann, das eigene, und das der Mitmenschen. Ich bin froh und dankbar, dass wir jetzt diesen wichtigen Schritt gehen können, um die Pandemie erfolgreich zu bekämpfen.“

Zuständig für die Organisation und Durchführung ist die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Die KV in Dortmund hat den Angaben des Kreises Paderborn zufolge bereits vor Heiligabend alle Pflegeheime informiert, dass sie zu frei wählbaren Lieferterminen ihre benötigten Impfdosen direkt bei der KV bestellen können. Somit bleibe den Einrichtungen auch Zeit, alles strukturiert vorzubereiten. „Die Heime können und sollten jetzt umgehend bestellen. Für sie ist genug Impfstoff da“, sagte Dr. Gregor Haunerland von der KV in Paderborn. „Je schneller wir mit den Heimen durch sind, desto eher können wir die Gesamtbevölkerung impfen.“ Für eine vollständige Immunisierung sind mit dem Impfstoff von Biontech zwei Impfstoffdosen im Abstand von 21 Tagen notwendig.

Erst die Heimbewohner

Der Kreis Paderborn verweist darauf, dass die derzeitig verfügbaren Impfdosen begrenzt seien. Derzeit könne somit noch nicht jeder, der es möchte, auch geimpft werden. Die Impfstrategie sieht vor, zunächst die Schwächsten zu schützen, also die besonders gefährdeten Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie das Personal vor Ort. Im Kreis Paderborn gibt es 42 vollstationäre Pflegeeinrichtungen mit insgesamt rund 6000 Bewohnern und Mitarbeitern, die mit ihnen direkten Kontakt haben.

Die erste Corona-Impfung im Evangelischen Martinstift in Bad Lippspringe: Die 90-jährige Margarete Frieler und Dr. Annegret Dersidan. Foto: Evangelisches Martinstift gGmbH

„Die jetzt angelaufenen Impfungen sind ein erfolgversprechender, ein richtig guter Beginn. Aber bis zur vollständigen Immunisierung braucht es Zeit. Ich bitte deshalb alle, weiter durchzuhalten und ihre Kontakte weitgehend zu beschränken und die Corona-Regeln zu beachten“, sagte Rüther weiter.

Die Zuteilung der Impfdosen seitens des Landes NRW erfolgt – wie berichtet – zunächst pauschal und dann entsprechend der Bevölkerungszahl und Einwohner ab – in Abhängigkeit vom verfügbaren Impfstoff. Das Impfzentrum in der Sälzerhalle in Salzkotten ist bereits betriebsbereit, kann aber erst dann aktiviert werden, wenn genügend Impfstoff zur Verfügung steht. Deshalb können derzeit noch keine Termine angeboten werden. Auch eine Vorab-Registrierung ist nicht möglich. Damit es nicht zu langen Warteschlangen kommt, wird es ein – bundesweit einheitliches – Terminmanagement geben.

Informationen

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält und kontinuierlich weiter ausgebaut wird. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter.

Zudem ist der Informationsservice der 116117 erweitert worden (kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr). Beantwortet werden dort Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung.

Auch Nina Abrahams, Mitarbeiterin des Evangelischen Martinstifts, ließ sich von Impfärztin Dr. Annegret Dersidan impfen (links: Pflegedienstleitung Regina Wegener). Foto: Evangelisches Martinstift gGmbH
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