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Kinderchirurg erweitert die medizinische Versorgung im St.-Vincenz

Leisten-OP am Baby

Paderborn (WB). Meistens entdecken Eltern die kleine Beule in der Leistengegend ihres Babys beim Wickeln oder Baden. Ein Leistenbruch ist die häufigste angeborene Fehlbildung, die der neue Kinderchirurg der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH, Dr. Markus Dürsch, bislang zu behandeln hatte. In seinen ersten 200 Tagen hat er 40 Babys operiert.

Ein Leistenbruch tritt bei vier Prozent aller Neugeborenen auf. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen Foto: Matthias Groppe

Markus Dürsch hat wichtige Tipps für Eltern von Kleinkindern parat – zum Thema Verbrennungen, aber auch zum Leistenbruch: »Ein Leistenbruch verläuft bei Babys und Kleinkindern in der Regel harmlos und kann oft ambulant operiert werden. Nur dann, wenn die Symptome einer Einklemmung wie zum Beispiel Schmerzen in der Leistengegend, Übelkeit und Erbrechen festgestellt werden, wird es gefährlich. In solchen Fällen sollten Eltern umgehend mit ihrem Kind ein Krankenhaus aufsuchen, um zu verhindern, dass Teile des Darms absterben«, rät der Arzt.

Ein Leistenbruch trete bei vier Prozent aller Neugeborenen auf; Jungen seien viermal häufiger betroffen als Mädchen. Eine OP sei unumgänglich, weil sich der Leistenbruch nicht von selbst zurückbilde. Während der Entwicklung im Mutterleib komme es vor, dass sich das Bauchfell der Babys im Leistenkanal nicht richtig schließe und somit eine Lücke entstehe, durch die der Darm hindurchdringe und eine sichtbare Beule unter der Haut hervorrufe. Entdeckt würde dies meist im Laufe des ersten Lebensjahres, erklärt der zweifache Vater.

Die OP erfolge fast immer ambulant unter Vollnarkose und dauere bis zu 30 Minuten. Allerdings: »Babys unter sechs Monaten nehmen wir in der Regel stationär auf, damit sie nach der Operation beobachtet werden können. Alle anderen können meist noch am selben Tag nach Hause gehen«, berichtet der Kinderchirurg. Alleine 40 solcher Operationen hat der Neu-Paderborner seit seinem Amtsantritt im Oktober 2017 bereits an seiner neuen Wirkungsstätte gemacht – etwa zwei pro Woche. Insgesamt habe sich die Zahl der operierten Kinder am St. Vincenz in diesem halben Jahr auf mehr als 100 bereits mehr als verdoppelt.

Das liege daran, dass es bislang in Paderborn an den Krankenhäusern keinen Kinderchirurgen gegeben habe, und Eltern somit mit ihren kranken Kindern für viele kompliziertere Eingriffe weite Anfahrtsstrecken in andere Städte in Kauf nehmen mussten. Ein großer Vorteil ergäbe sich für erkrankte Frühgeborene, die nun in Paderborn operiert werden können und nicht verlegt werden müssen.

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