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Schausteller haben aber nicht durchgängig erhöht – Bierpreis bleibt stabil

Libori-Spaß in Paderborn wird teurer

Paderborn

Wie tief müssen die Paderborner beim Bummel über den Liboriberg in die Tasche greifen? Ein Preisüberblick zeigt: Libori ist etwas teurer geworden, aber die Schausteller haben sich bemüht, das Volksfest bezahlbar zu halten. Sie beteuern, sie hätten nicht alle Mehrkosten durch die Inflation und die Aufschläge der Lieferanten auf die Preise draufgepackt.

Von Dietmar Kemper

Kirmesbesucher gehen auf der Libori-Kirmes in Paderborn an Buden vorbei. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild

„Wir versuchen, unsere Preise zu halten“, sagt der Vorsitzende der Paderborner Schausteller Hans-Otto Bröckling und ergänzt: „Wir hoffen, dass wir durch den Nachholbedarf mehr Publikum bekommen und so auf unsere Kosten kommen.“ An seinem Getränkestand koste das Bier im 0,25-Liter-Glas weiter 3 Euro und die Fahrt im Kinderkarussell wie schon vor Corona 2,50 Euro.

Manchmal können die Besucher ihre Kosten senken, wenn sie sich mit anderen zusammentun. Wer im Riesenrad „Movie Star“ über Paderborn dahingleiten möchte, bildet am besten Vierergruppen, denn für sie kostet die Fahrt nur 20 Euro. Eine einzelne Person zahlt dagegen sechs.

Hoffnung auf Nachholeffekt

Auf einen Nachholeffekt der Besucher nach zweijähriger Zwangspause hoffen auch Bröcklings Kolleginnen und Kollegen. Das Kalkül lautet: Nach der schmerzhaften Zeit ohne Libori sind die Menschen buchstäblich ausgehungert und schlagen deshalb vom 23. bis 31. Juli so richtig zu. Die Rechnung scheint aufzugehen. Als Schausteller Bethel Thelen zuletzt sein Fahrgeschäft in Hamburg und Darmstadt einsetzte, „kam eine Ecke mehr Kundschaft als sonst“, erzählt er.

Was Paderborn anbelangt, orientiert er sich bei den Preisen an denen vom letzten Lunapark. „Wir können nicht immer die Preise erhöhen“, betont er. Die Libori-Bratwurst kostet 3,50 Euro, Pommes mit Mayo oder Ketchup 3 Euro. Zuletzt kaufte Thelen eine große Menge Senf auf, weil der plötzlich rar geworden war. Noch mehr Sorgen bereiten ihm die Einkaufspreise für Pflanzenfett. Pommes seien um knapp fünf Prozent teurer geworden, Pflanzenfett dagegen zwischenzeitlich um 200 Prozent.

Personalmangel macht sich bemerkbar

Heilfroh ist der Schausteller darüber, dass er genügend Personal für Libori zusammenhat. „Man kriegt keine Leute“, beklagt David Lüdtke, der auf dem Liboriberg die „Turmschänke“ betreibt. Dort bietet er das Bier im 0,25-Liter-Glas weiter für 3 Euro an, hat aber im Gegenzug andere Getränke verteuert. Die Cola (0,2 Liter) kostet diesmal nicht mehr 2, sondern 2,50 Euro. Der Lieferant schlage die Spritpreise drauf, sagt Lüdtke und beteuert: „Wir wollen die Leute nicht vergraulen, aber gleichzeitig bin ich Kaufmann.“ Empfänden die Besucher die Preise als zu hoch, würden sie zwar weiterhin etwas trinken, „aber dann weniger“. Auch für Eiswaffeln aus Weizenmehl muss Lüdtke im Einkauf neuerdings mehr bezahlen. Hier sei der Preis um 30 Prozent gestiegen.

Wie viel kostet der Besuch für eine Familie?

Ein Kirmesbummel kann ins Geld gehen. Im Riesenrad und in der Achterbahn beispielsweise gibt es aber auch Rabatt.  Foto: WV-Tabelle nach eigener Recherche

Am Bierbrunnen vorm Rathaus bleiben die Preise stabil. Mit Marken zum Wiederauffüllen gibt es den Libori-Krug für 6, den Seidel für 4 und das Longdrinkglas für 3 Euro. Bier wird es genug geben, genauso wie Süßwaren. Schausteller Andy Kohlwes aus Bad Lippspringe hat den Preis für 100 Gramm Mandeln auf 4 Euro angehoben. „Die Rohstoffpreise schwanken im normalen Rahmen, das Drumherum ist das Problem: Diesel, Strom, den Stand zu betreiben“, erläutert er. So wie seine Kollegen praktiziert er eine Mischkalkulation, erhöht an einer Stelle und lässt dafür die Preise anderer Süßwaren gleich.

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