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Weihnachten 2020: 52 Freiluftgottesdienste an 26 Orten in Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager und Mastbruch

Licht soll schwere Zeit erhellen

Schloß Neuhaus

Wohin mit den Menschen, die an Heiligabend Trost und Zuversicht im Gottesdienst finden wollen? „Gerade in dieser schwierigen Zeit ist dieses Bedürfnis bei vielen besonders groß, andererseits ist Nähe riskant“, beschreibt Pfarrer Peter Scheiwe, wie die Idee zu den 20-minütigen Freiluftgottesdiensten in der Pfarrei Heiliger Martin entstanden ist.

Maike Stahl

Pfarrer Peter Scheiwe und Pastor Tobias Dirksmeier (Sechster und Siebter von links) freuen sich über 31 ehrenamtliche Gottesdienstleiter wie (von links) Dorothee Brünger, Jakob Ohm, Andreas Watzek, Andrea Heggemann, Angelika Berhorst und Konrad Bröckling. Foto: Oliver Schwabe

„Eigentlich wollten wir unter dem Motto ‚Heiligabend 2020 an 20 Orten 20 Minuten‘ anbieten“, berichtet er. Denn die Gottesdienste in den vier Kirchen der Pfarrei seien in den Vorjahren von 2000 Menschen besucht worden, für die es einer sicheren Alter­native bedarf. Die Idee kam bei den Ehrenamtlichen so gut an, dass es am 24. Dezember in Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager und Mastbruch 52 Gottesdienste an 26 Orten, gehalten von 31 Ehrenamtlichen, geben wird.

Wichtig ist den Initiatoren, dass die Kurzgottesdienste in der Nachbarschaft stattfinden und Menschen aller Glaubensrichtungen offen stehen. „Die Vision des Propheten Jesaja, der in einer schwierigen Zeit formuliert hat ‚Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht‘ soll auch unsere Vision sein, wenn wir Weihnachten 2020 miteinander feiern“, sagt Scheiwe. Als sichtbares Zeichen, dass diese Botschaft für alle Menschen wahr werden soll, dürfen die Besucher nach den Kurzgottesdiensten eine Weihnachtskerze mit dem Jesaja-Zitat mit nach Hause nehmen.

Den Ablauf des Gottesdienstes hat Scheiwe als Muster entworfen. „Ob die Gottesdienstleiter dieses übernehmen oder variieren, ist ihnen freigestellt“, betont er. So könne auf das jeweilige Publikum eingegangen werden. Wichtig ist nur, dass auf die Abstände geachtet und Mund-Nase-Schutz getragen wird. „Dann dürfen wir nach derzeitigem Stand der Corona-Schutzverordnung unter freiem Himmel auch singen, von zwei Liedern je eine Strophe“, erläutert Scheiwe. Wichtig sei zudem ihm, dass die Weihnachtsbotschaft „Christ, der Retter, ist da!“, vertont im Lied „Stille Nacht“ ankomme.

Der Vorteil eines 20-minütigen Gottesdienstes sei darüber hinaus, dass dieser auch bei schlechtem Wetter mit Schirm zumutbar sei, sagt Scheiwe. Er selbst und Pastor Tobias Dirksmeier stehen bisher bewusst nicht auf der Liste der katholischen und evangelischen Gottesdienstleiter. „Das Ganze hängt an vielen Faktoren, auch bei den Gottesdienstleitern kann es wegen Infektionen oder Quarantäne zu Ausfällen kommen. Dann stehen wir parat.“

Die Orte, an denen die Heiligabend-Gottesdienste gefeiert werden, sind denkbar unterschiedlich: an Kapellen, auf Spielplätzen, Schulhöfen und der Straße, im Schlossinnenhof und vor Seniorenzentren. Sie starten jeweils um 15 und 16 Uhr, Anmeldung ist nicht nötig.

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