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Straßen in Mastbruch stark belastet – Stadt stellt Zwischenergebnis vor

Lkw-Führungskonzept geplant

Paderborn (WB). Für den Schloß Neuhäuser Ortsteil Mastbruch soll ein Lkw-Führungs­konzept entwickelt werden. Ähnliches sei für Sennelager geplant, informierte Harald Bock vom Straßen- und Brückenbauamt jetzt im Bezirksausschuss Schloß Neuhaus/Sande.

Matthias Band

Symbolbild. Foto: dpa

Die Belastung der Anwohner in Mastbruch durch Lkw-Verkehr ist seit Jahren hoch. Besonders an der Husaren- und Mastbruchstraße sollen die Probleme gravierend sein. Die Stadt stellte den Ausschussmitgliedern jetzt erste Ergebnisse einer Verkehrsanalyse vor, die unter anderem auf einem Antrag der CDU beruht. Demnach habe eine Kennzeichenerfassung im Jahr 2018 ergeben, dass es zwar einen Abkürzungsverkehr zwischen der A33 und der B1-Auffahrt am Diebesweg gebe, dieser sei aber noch überschaubar.

Lastwagen nutzen Abkürzung

Im Bereich Thuner Weg seien hingegen im Februar dieses Jahres 184 Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gezählt worden. „Das ist extrem viel. Die dürften da eigentlich gar nicht fahren“, sagte Bock. Im Bereich Dubelohstraße/Hatzfelder Straße seien es 150 beziehungsweise weiter auf der Dubelohstraße 230 Lastwagen gewesen. Dabei handele es sich überwiegend um sogenannten Quell- und Zielverkehr und nicht um Durchgangsverkehr durch Schloß Neuhaus, sagte Bock: „Wir wissen nicht, woher die Lkw kommen. Da müsste man eigentlich noch viel genauer hingucken.“ Das solle nun zeitnah nachgeholt werden. Für den Bereich Husarenstraße lägen noch keine aktuellen Daten vor, erläuterte Bock. Generell müssten Empfehlungen immer wieder über eine Software für den Bereich Schloß Neuhaus, Sande und Sennelager neu in eine Lkw-Routenführung eingepflegt werden, was seit Herbst 2019 möglich sei.

Ausschussvorsitzender Michael Pavlicic (CDU) zeigte sich äußert unzufrieden mit dem Sachstandsbericht. Vor etwa drei Jahren sei ein Prüfauftrag gestellt worden, weil eine Lipper Spedition von der B1 aus den Diebesweg und die Husarenstraße als Abkürzung nutze. „Dort sollte auch ein Verbotsschild für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen hin, was ich damals beantragt habe. Und bis heute ist nichts passiert. Der Standort soll erst jetzt untersucht werden“, kritisierte Pavlicic.

„Es wird auch mal Zeit“

Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Mertens äußerte Enttäuschung. Der Bereich Diebesweg/Husarenstraße stelle den Schwerpunkt des Lkw-Verkehrs dar. „Ich schätze, dass 90 Prozent an der Husarenstraße Durchgangsverkehr ist“, sagte Mertens. Ein weiteres Problem sei der Verkehr zu einem Benteler-Lager in Sennelager, das entgegen früherer Zusagen weiterhin genutzt werde.

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Franz-Josef Henze schloss sich der Kritik an. Herausgefunden werden müsse, woher der Lkw-Verkehr komme und wo die Lkw entladen würden.

Norbert Kaese, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes, betonte, dass es sich nicht bei allen Fahrzeugen um Schwerlastverkehr handele. Die Zählung erfasse auch Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen. Generell bedeuteten solche Analysen für die Stadtverwaltung „eine Menge Arbeit“. Kaese schlug vor, den Fokus auf schwere Lastwagen ab 12 Tonnen zu richten, weil es sich bei Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen häufig um lokalen Lieferverkehr handele. Auf den Landesstraßen Bielefelder und Sennelager Straße liege der Anteil des Schwerlastverkehrs bei unter fünf Prozent, normal seien 10 Prozent. Kaese sprach sich ebenfalls für ein Lkw-Führungskonzept für Sennelager aus.

Bis Anfang 2021 sollen Ergebnisse präsentiert werden. Markus Mertens: „Nach dreieinhalb Jahren wird es dann aber auch mal Zeit.“

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