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Auf diesem Campingplatz in Sande können Urlauber in einem Holzfass übernachten

Lodge-Feeling am Lippesee

Sande (WB). Schon vor mehr als 2000 Jahren soll der griechische Philosoph Diogenes seine Nächte in einem Holzfass verbracht haben. Was damals als Zeichen für Bedürfnislosigkeit galt, feiert am Lippesee heute ein hippes Comeback. Auch dort können Urlauber in Holzfässern übernachten – zu jeder Jahreszeit und sehr viel gemütlicher als man denken mag.

Timo Gemmeke

Eine erste Runde Kartenspiel haben sich die vier Freunde Linus, Robin, Nico und Daniel aus Leopoldshöhe nicht entgehenlassen. Campingplatz-Mitarbeiterin Sonja Siemensmeyer hat für eine Runde kurzerhand mitgemacht. Foto: Timo Gemmeke

Zugegeben: Von außen sehen die zwei Wohnfässer zwischen den Zelten und Caravans auf dem Campingplatz zwar schnuckelig aus. Gemütlich – so richtig zum entspannen – aber nicht. Das ändert sich spätestens, wenn man die große Fichtentür öffnet und einen ersten Blick ins Innere wirft. Zwei Bänke an jeder Seite, in der Mitte eine Erhöhung, darüber ein Vorhang. Und dahinter: eine großzügige Liegefläche mit zwei Matratzen, am Kopfende ein kleines Fensterchen mit Blick in den angrenzenden Wald – waschechtes Lodge-Feeling am Lippesee.

Im Sommer heiß begehrt

Dass die Wohnfässer bei den Urlaubern am Lippesee beliebt sind, weiß Sonja Siemensmeyer, Mitarbeiterin der Campingplatzverwaltung. »Im Sommer sind beide Fässer fast jede Woche ausgebucht«, erzählt sie. »Und es wird immer mehr.« Die Idee, doch mal Übernachtungen in einem Fass anzubieten, sei auf der Campingmesse in Essen vor drei Jahren gekommen. »Wir haben dort den Lippesee vertreten und natürlich auch die anderen Angebote angesehen. Die Wohnfässer fanden wir von Anfang an Interessant«, erzählt Siemensmeyer. Vor zwei Jahren hat Campingplatz-Geschäftsführer Michael Brusche dann zwei Fässer gekauft. »Seitdem gucken sich andere Campingplatzbesitzer bei uns die Fässer an.«

Ganzjährig bewohnbar

Wer wie Diogenes in Ostwestfalen nächtigen will, zahlt pro Tag 30 Euro für ein Wohnfass. Vier Personen – zwei Erwachsene, zwei Kinder – finden darin Platz. Bettwäsche wird gestellt; Handtücher müssen sich Gäste selbst mitbringen. Alles andere – Grillplatz, WLAN, Pauschale für Strom, Wasser und Abfall – kostet zusätzlich. Für jedes Wohnfass steht außerdem eine eigene Nasszelle mit Dusche und WC bereit.

Die Fässer können zu jeder Jahreszeit bewohnt werden – egal ob bei 30 Grad im Sommer oder Schnee und Eis im Winter. »Das Holz hält Wärme im Sommer draußen und im Winter drinnen«, erklärt Siemensmeyer. Wem es dann mal doch zu kalt wird, der kann auf die Deckenheizung zurückgreifen – und natürlich eine kuschelige Decke. »Das ist auch Teil unseres Konzepts, die Besucher mal für das Campen im Winter zu begeistern. Dafür sind die Wohnfässer nämlich ideal«, sagt Siemensmeyer.

Zwischen See und Wald

Ideal sind die Wohnfässer nicht nur für Familien, sondern auch für Freundesgruppen wie Linus, Robin, Nico und Daniel aus Leopoldshöhe. Die Kumpels haben sich das Wohnfass einmal genauer angeschaut. Ihr Fazit: »gemütlicher als gedacht.« Eine erste Runde Kartenspiel haben sich die vier in diesem Ambiente nicht entgehen lassen. Besonders gut kam auch die Terrasse an, zum Entspannen in der Sonne oder für einen lockeren Grillabend. Wer eine Runde durch den Wald spazieren will, hat den direkt hinter sich; zum See sind es höchstens 70 Meter. »Wir haben alles, was das Herz begehrt«, meint Sonja Siemensmeyer. »Wer aus der Gegend kommt, hat hier ein Paradies vor der Haustür.«

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