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Auf dem Gelände der Orgelbau-Anstalt entstehen 50 Wohnungen

Lücke wird geschlossen

Paderborn (WB). 50 neue Wohnungen sollen zwischen Detmolder Straße, Kleiner Penzlinger Straße und der Bahnlinie neu entstehen. Außerdem soll der Komplex Platz für drei Gewerbebetriebe im Erdgeschoss schaffen. Die entsprechende Planungsgrundlage hat der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig auf den Weg gebracht.

Maike Stahl

Gegenüber des kleinen Hermanns, zwischen Bahn und Kleiner Penzlinger Straße, soll ein neuer Wohn- und Gewerbekomplex entstehen. Die Reste der ehemaligen Orgelbau-Anstalt werden dafür dann abgerissen. Foto: Jörn Hannemann

Damit endet dann auch die Geschichte der ehemaligen Orgelbau-Anstalt mit Orgelhalle, die Karl Joseph Eggert 1840 an dieser Stelle gegründet hat und die später der aus Köln stammende Orgelbauer Anton Feith übernommen hat. An der Detmolder Straße Nr. 32 entstand eine große Fabrikationshalle, in der bis 1930 mehr als 300 Orgeln gebaut wurden – unter anderem die Große Orgel des Paderborner Doms im Jahr 1926. 1973 zog der Betrieb dann aber unter neuer Leitung nach Ottbergen (Kreis Höxter) um.

Das Gebäudeensemble unterliege nicht dem Denkmalschutz

Das Gebäudeensemble an der Detmolder Straße wurde daraufhin nach Auskunft des Stadtplanungsamtes stark verändert und unterliege daher auch nicht dem Denkmalschutz. Untergebracht sind auf dem Gelände derzeit ein Kampfsportstudio, ein Druck- und Werbefachbetrieb, eine Teppichwerkstatt und ein Gitarrenstudio. »Ob diese, zumindest teilweise, später wieder einziehen können, ist noch nicht abschließend geklärt«, sagte Stadtplanerin Renate Ahrens.

Bis zur Offenlage des zur Änderung anstehenden Bebauungsplanes müsse die angestrebte Nutzung der Gewerbeeinheiten aber feststehen.

Der Investor beabsichtigt, einen U-förmigen Flachdach-Gebäudekomplex auf dem knapp 0,7 Hektar großen Grundstück zu errichten. Entworfen hat ihn der Marienloher Architekt Helmut Wildfeuer. Geöffnet werden soll dieses U zur Kleinen Penzlinger Straße hin, von wo aus die Wohnungen erschlossen werden sollen. Dort liegt dann auch die Tiefgarageneinfahrt. Diese soll Platz für 40 Fahrzeuge bieten. Zudem sind drei weitere oberirdische Parkplätze vorgesehen. Die für 50 Wohnungen verhältnismäßig geringe Zahl an Tiefgaragenplätzen wird in der Planung damit begründet, dass es eine gute ÖPNV-Anbindung gebe und bei dem geplanten hohen Anteil geförderter Wohnungen nur 0,7 Stellplätze pro Wohnung vorgeschrieben seien.

Spielplatz und Aufenthaltsflächen im Innenhof vorgesehen

Außerdem sind in dem Innenhof ein Spielplatz und Aufenthaltsflächen vorgesehen. Die Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Radfahrer soll auch zwischen dem neuen Gebäude, der Bahn und der Detmolder Straße erhöht werden, wo die beiden vorhandenen Bäume erhalten bleiben sollen.

Das U-förmige Gebäude selbst soll drei bis fünfgeschossig errichtet werden, wobei das fünfte Geschoss ein zurückgesetztes Staffelgeschoss werden soll, das den Kreuzungspunkt von Detmolder Straße und Bahnlinie betonen soll. »So soll gemeinsam mit dem Gebäude mit dem kleinen Hermann auf der gegenüberliegenden Seite der Detmolder Straße eine neue bauliche Eingangssituation in Richtung Paderborner Innenstadt geschaffen werden«, erläuterte Renate Ahrens.

Wie viele der geplanten, etwa 50 Wohneinheiten als geförderter Wohnraum gebaut werden sollen, konnte Ahrens noch nicht genau sagen. Es sei aber der Großteil. »Ursprünglich gab es sogar die Überlegung, alle Wohnungen als geförderten Wohnraum zu errichten«, berichtete die Stadtplanerin. Da es sich um eine auf das Vorhaben zugeschnittene Planungsänderung handelt, trage der Investor die Planungskosten.

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