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Vereine WiKult und Time to Help spenden 400 Pakete

Mehl kann die Paderborner Tafel gut gebrauchen

Paderborn

Mehl, passierte Tomaten, Salz, Spaghetti und Konserven: Die Ladung kam wie gerufen. Haltbare Lebensmittel braucht die Paderborner Tafel dringend.  

Von Dietmar Kemper

Viel Mehl für die Tafel: Fatih Ates, Simon Aksoy und Resul Karaca (von links) übergaben die Pakete an Vera Jennebach. Hans-Bernd Janzen (rechts) lobte als stellvertretender Landrat das ehrenamtliche Engagement. Foto: Dietmar Kemper

Die Hilfseinrichtung, die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt, wurde am Donnerstag von den Vereinen WiKult und Time to help mit 400 Paketen unterstützt. Mitglieder und Freunde waren aufgerufen worden, Geld zu spenden. Und mit dem Erlös schafften die Partnervereine die Lebensmittelpakete an.

„Wir wollten die Idee des Teilens aufrechterhalten“, sagte der Vorsitzende des Vereins WiKult, Resul Karaca. Der Verein mit Sitz in Paderborn, der sich in den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales engagiert, lädt die Paderborner seit Jahren zum interreligiösen Fastenbrechen ein. Weil das aber 2020 wegen Corona nicht möglich war, suchte der Verein einen Weg, das Gemeinsame dennoch zu pflegen.

Vor Ort habe man gekocht und dann die Essenspakete zur Tafel am Bayernweg gebracht, erzählte Karaca. Seit 2020 riss der Kontakt nicht ab, im Oktober 2022 nutzte der Verein mit 80 Mitgliedern eine Theateraufführung in der Kulturwerkstatt, um einen Teil des Erlöses vom Getränkestand an die Tafel weiterzugeben. Ein Scheck über 300 Euro wurde im Dezember überreicht.

Mehl für Paderborn statt Brunnen in Afrika

Nun also folgten die 400 Pakete als Gemeinschaftsaktion mit Time to help. Bei ihr handele es sich um eine internationale Hilfsorganisation mit Sitz in Offenbach, sagte der Projektleiter für Deutschland, Fatih Ates. Normalerweise baue man Brunnen in Afrika oder unterstütze Waisenhäuser, aber unter dem Eindruck der verheerenden Flutkatastrophe an der Ahr habe man den Blick auf Deutschland gerichtet und sich bundesweit vernetzt. „Und dann haben wir von der Not der Tafeln gehört und die vielen Berichte darüber gelesen“, schlug Ates den Bogen zur Paderborner Hilfseinrichtung. Er selbst hat bis vor kurzem in Paderborn gewohnt.

Der Landrat des Kreises Paderborn, Christoph Rüther, hat bekanntlich die Schirmherrschaft über die Paderborner Tafel übernommen. Dessen Stellvertreter Hans-Bernd Janzen lobte am Donnerstag das Engagement der Vereine: „Hier wird einmal mehr deutlich, wie wichtig das Ehrenamt ist.“ Es sei wichtig, dass die Tafel kontinuierlich Spenden bekomme: „Um Weihnachten herum wird den Menschen warm ums Herz und die Spendenbereitschaft ist da. Aber die Tafeln brauchen das das ganze Jahr über.“

Tafel: Nachfrage hat noch zugenommen

Dem konnte die Vorsitzende der Tafel, Vera Jennebach, nur beipflichten. Die Situation sei alles andere als rosig. „Die Nachfrage der Menschen hat noch zugenommen“, betonte sie. 3500 Personen würden mittlerweile an den Ausgabestationen versorgt, darunter viele ukrainische Flüchtlinge. Gleichzeitig lieferten die Geschäfte nicht mehr so viele Lebensmittel wie früher. Bis Anfang Februar gelte ein Aufnahmestopp für neue Bedürftige, bedauert Jennebach. Im vergangenen Jahr sei die Spendenbereitschaft der Bevölkerung groß gewesen, „aber was reinkommt, geht auch wieder raus“.

Nach Angaben des Geschäftsführers Wolfgang Hildesheim gingen 2022 allein 250.000 Euro an Geldspenden ein. Die Tafel braucht aber nicht nur Geld und Lebensmittel, vor allem haltbare wie Reis und Nudeln, sondern auch Fahrer, Beifahrer und andere ehrenamtliche Helfer. Zwar melde sich immer wieder mal jemand, aber oft komme er nach einem Tag wegen der körperlich anstrengenden Arbeit nicht wieder, hat Jennebach beobachtet.

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