1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. Mehrheit für Bebauung am Bischofsteich

  8. >

Rolandsweg: Ampellösung soll untersucht werden

Mehrheit für Bebauung am Bischofsteich

Paderborn (WB). Mit einer abgespeckten Planung soll nun die Bebauung des Geländes der ehemaligen Domschule am Bischofsteich weiter verfolgt werden. Das hat am Donnerstagabend der Bauausschuss der Stadt Paderborn mit großer Mehrheit beschlossen.

Ingo Schmitz

Bei der Bebauung der ehemaligen Domschule sollen die Bäume weitestgehend erhalten bleiben. Allerdings werden die Gebäude niedriger werden, als ursprünglich vorgesehen.    Foto: Ingo Schmitz

Nach den erheblichen Protesten von Anwohnern hatte die Stadtverwaltung die bisherigen Pläne überarbeitet. Die beiden geplanten Gebäude an der Straße Bischofsteich dürfen nun nur noch zweigeschossig mit zusätzlichem Staffelgeschoss gebaut werden. Das rückwärtige Gebäude parallel zur Parkpalette wird maximal elf Meter hoch und darf höchstens mit drei Geschossen ausgestattet werden. Wie berichtet, plant der LWL in diesem Gebäude Appartements für psychisch Kranke.

Nur noch 42 Wohnungen

Dadurch verringert sich auch die Anzahl der Wohneinheiten. War ehemals die Rede von knapp 50 Wohnungen, so sind jetzt nur noch 42 vorgesehen, erläuterte Renate Ahrens vom Bauplanungsamt der Stadt Paderborn. In den beiden vorderen Gebäude sind nun jeweils acht Wohneinheiten vorgesehen. Bei den Gebäudehöhen passe man sich nun dem Umfeld an.

Auch dem Wunsch, dass die beiden Bäume an der Straße Bischofsteich erhalten bleiben sollen, war die Verwaltung gefolgt. Das hat zur Folge, dass das Gebäude einen größeren Abstand zur Straße bekommt. Ebenso werden die Bäume an der Parkpalette erhalten.

Noch nicht genau festgelegt ist aktuell die Zufahrt zur neuen Tiefgarage, die in dem Wohnquartier entstehen wird. Der Sorge der Bürger, die zusätzlichen Wohneinheiten könnten die bereits angespannte Verkehrslage weiter verschärfen, trat die Verwaltung entgegen. Laut Verkehrsgutachten sei mit täglich 160 zusätzlichen Fahrzeugbewegungen zu rechnen. Aktuell sei die Straße Bischofsteich mit 1600 Fahrzeugen belastet. 4000 Fahrzeuge pro Tag seien laut Gutachter aber verträglich – der Puffer reiche also aus. Eine Sondersituation bleibe die Kreuzung Rolandsweg aber allemal. Laut Gutachter sei diese jedoch leistungsfähig genug, um die zusätzlichen Fahrzeuge der neuen Bewohner aufzunehmen.

Markus Mertens

Das sah CDU-Fraktionschef Markus Mertens auch aufgrund der Proteste der Anwohner völlig anders. „Die Verkehrssituation ist seit Jahren ein Knackpunkt – schon zu Zeiten der Domschule war der Verkehrsabfluss problematisch“, berichtete Mertens. Daher stellte die CDU den Antrag, dass die Verwaltung eine Untersuchung für eine Ampellösung in Auftrag geben solle. Auch eine Optimierung des Park-Such-Verkehrs müsse erreicht werden, meinte Mertens. Die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke bestätigte: „Die Verkehre sind dort schwer zu regeln. Eine intelligente Lösung ist gesucht.“

Psychisch Kranke integrieren

Dr. Beate Röttger-Liepmann (SPD) begrüßte ebenfalls wie Mertens, dass die Verwaltung auf die Anregungen der Bürger eingegangen sei und die Gebäude nun kleiner ausfallen werden. Außerdem betonte sie – ebenso wie Florian Rittmeier von den Grünen – dass psychisch Kranke in die Mitte der Gesellschaft und nicht ausgegrenzt gehörten. Daher sei das Projekt zu unterstützen.

Deutliche Ablehnung für die Planung kam von Für Paderborn und LKR. Deren Vorsitzender Johannes Knaup forderte, dass die Fläche Bischofsteich zunächst unbebaut bleiben solle. In nächster Zeit werde in Paderborn genügend Wohnraum an anderer Stelle geschaffen, betonte er. Bei der Abstimmung setzten sich CDU, Grüne und SPD durch.

Startseite