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Plüschpferd kommt in Rettungswagen des DRK zum Einsatz – Spender gesucht

Milli soll verletzte Kinder trösten

Paderborn (WB). »Das ist aber niedlich!« Wenn Milli auftaucht, ist das Eis sofort gebrochen. Das weiße Plüschpferd mit der knallroten DRK-Einsatzjacke soll künftig in Rettungswagen als Tröstetierchen für Kinder zum Einsatz kommen. Der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe sucht nun Sponsoren.

Ingo Schmitz

DRK-Kreisgeschäftsführer Bernd Horenkamp und DRK-Vizepräsidentin Nilgün Özel präsentieren die kleinen Tröstetierchen. Das weiße Plüschpferd Milli soll verletzten Kindern bei Unfällen als kleiner Tröster überreicht werden. Foto: Oliver Schwabe

5000 Tröstetierchen will das DRK in den kommenden zwei Jahren bei Einsätzen, an denen Kinder beteiligt sind, an die kleinen Patienten weitergeben. Um die Anschaffung der Plüschtiere finanzieren zu können, rechnet die Paderbornerin Nilgün Özel mit einem Kostenvolumen von 30.000 Euro. Das Geld will die Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe über Sponsoren zusammenbekommen. Firmen und Privatleute sind angesprochen. Unterstützt werde die Aktion auch von der Gräfin von Westfalen und Prinzessin zur Lippe, berichtet Özel.

Das Pferdchen hat Nilgün Özel selbst entwickelt und dient als Maskottchen für das DRK in Westfalen-Lippe. »Andere Verbände beneiden uns darum«, berichtet die Paderbornerin stolz.

Das Wappen auf dem Popo

Milli hat aber nicht nur durch die Einsatzjacke einen Bezug zum DRK, sondern auch zur Region. »Auf dem Popo sind das Wappen von Westfalen, das Westfalenpferd und die lippische Rose zu sehen«, sagt Özel. Milli hat sogar schon eine eigene Internetseite. Außerdem sind ein Imagefilm und ein passendes Pixi-Buch dazu in Planung. »Der Text für das Buch ist geschrieben. Jetzt brauchen wir noch einen Zeichner«, sagt Özel, die sich über die ehrenamtliche Unterstützung vieler Akteure bei diesem Projekt freut.

Geplant ist, die etwa 14 Zentimeter großen Pferdchen auch auf Weihnachtsmärkten zum Verkauf anzubieten. Die Produktionskosten liegen nach Angaben des DRK bei etwa fünf Euro pro Stück. Die Pferde sollen auf den Weihnachtsmärkten zum Preis von zehn Euro verkauft werden – die Käufer spenden also das Geld für ein zweites Pferd, das der Aktion und damit kranken und verletzten Kindern zugute kommt.

Jährlich 6000 verletzte Kinder

Jährlich werden in Nordrhein-Westfalen 6000 Kinder in Unfälle im Straßenverkehr verwickelt. Im Kreis Paderborn waren es im Jahr 2018 insgesamt 125. Die Plüschtiere sollen den Sanitätern und Ärzten helfen, einen Zugang zu den meist traumatisierten Kindern zu bekommen. Nur dann könnten die Einsatzkräfte zielgerichtet helfen.

Milli erfüllt nach Angaben von Nilgün Özel alle Sicherheitsstandards und ist frei von Schadstoffen. Außerdem seien die Prototypen von Kindern erfolgreich »probegekuschelt« worden.

Das Tröstepferdchen ist nach Kamillus von Lellis benannt. Er lebte im 16. und 17. Jahrhundert in Italien und widmete sein Leben den Schwachen und Kranken – obwohl er selbst an einer schweren Verletzung litt. Heute ist Kamillus von Lellis der Schutzpatron der Pflegekräfte. Weitere Informationen sowie die Bankverbindung zum Spendenkonto gibt es im Internet unter: www.drk-westfalen.de/aktuell/projekte/troestepferdchen/

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