1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. Millionengräber: Paderborner Hochbeete landen im Schwarzbuch

  8. >

Steuerzahlerbund prangert »Verschwendung« an

Millionengräber: Paderborner Hochbeete landen im Schwarzbuch

Düsseldorf/Paderborn (WB/dpa). Als Steuerverschwendung prangert der Bund der Steuerzahler in seinem neuen Schwarzbuch zehn Fälle in Nordrhein-Westfalen an. Titel: »Die öffentliche Verschwendung«. Teurer als geplant wird es meistens dann, wenn der Staat bauen lässt. Auch die heißen Hochbeete aus Paderborn haben es in das Schwarzbuch 2019 geschafft.

Heiße Kiste: Die mit Messing eingefassten Sitzbänke auf dem kleinen Königsplatz heizten sich so auf, dass sie gesperrt und mit einem Schutzanstrich versehen werden mussten. Foto: Jörn Hannemann

HEISSE HOCHBEETE: Wie berichtet, waren in Paderborn Hochbeete für knapp 180.000 Euro errichtet worden. Zur Einfassung wurde Messing verwendet, das sich in der Sonne stark erhitzte. Die Folge: Wer auf einer der beiden Bänke saß und sich mit dem Unterarm auf der Umrandung anlehnte oder abstützte, konnte sich empfindlich verbrennen. Somit musste ein Schutzanstrich her. Das sieht nun nicht mehr so schick aus und kostete noch einmal rund 2000 Euro. Der Bund der Steuerzahler befasste sich mit den heißen Sitzelementen. Das WESTFALEN-BLATT hatte auf das Problem aufmerksam gemacht. Als dann die Satire-Sendung »Extra3« einen Beitrag im TV zeigte, war der Fall bundesweit bekannt.

BEETHOVENHALLE: Die Sanierung der Beethovenhalle in Bonn kommt den Steuerzahler noch teurer zu stehen. Lagen die Kosten im Mai noch bei 117 Millionen Euro, seien sie nur einen Monat später auf 166 Millionen Euro geklettert.

VIKTORIABRÜCKE: Die Sanierung der Bonner Viktoriabrücke habe sich ebenfalls zum Kostentreiber entwickelt. Die erste Kostenschätzung habe 2012 bei 24,6 Millionen Euro gelegen, inzwischen seien es 45 Millionen Euro.

FUSSGÄNGERBRÜCKE: Eine Fußgängerbrücke im Zickzack-Design soll in Dortmund die Bürger verzücken. Eigentlich sei der Entwurf nach breiter Kritik auf Eis gelegt worden. Doch nun solle die umstrittene Brücke doch gebaut werden - aber nicht mehr für 3,7 Millionen, sondern für 12,1 Millionen Euro.

AUSSICHTSPLATTFORMEN: Mit 25 300 Euro vergleichsweise günstig kommen den Steuerzahler zwei Aussichtsplattformen auf der Brehminsel in Essen. Der Bund der Steuerzahler ärgert sich trotzdem. Denn den gleichen Ausblick gibt es vom Wegesrand aus gratis.

SOLARMÜLLEIMER: Für solarbetriebene Abfallbehälter gab die Stadt Köln 8000 Euro pro Stück aus. Nun sei herausgekommen, dass die Abfallbehälter mehr Strom benötigen, um den Müll wie gewünscht zusammenzupressen. Zusätzliche Akkus und Ladegeräte waren fällig.

BIBLIOTHEK: Die Sanierung ihrer Zentralbibliothek komme die Kölner teuer zu stehen. Die erste »grobe Kostenannahme« habe bei 15,8 Millionen Euro gelegen. Inzwischen liege man bei knapp 60 Millionen Euro und damit fast vier Mal so hoch.

BUSBAHNHOF: Im Vergleich dazu fällt sich die Kostensteigerung beim neuen Leverkusener Busbahnhof bescheiden aus. Das neue lichtdurchlässige Dach werde 1,5 Millionen Euro mehr verschlingen als veranschlagt.

MOERSER WALL: Die Konturen einer 450 Jahre alten Wallanlage werden in Moers in Skulpturen aus rostrotem Metall nachempfunden, berichtet der Verband. Mehr als 100 000 Euro habe dies die hoch verschuldete Stadt gekostet.

ABFINDUNGEN: Die Stadt Münster hat sich von beiden Stadtwerke-Geschäftsführern getrennt. Einer von ihnen habe 1,2 Millionen Euro Abfindung erhalten. Wie viel es beim zweiten waren, sei bislang nicht verraten worden. Der Interimsgeschäftsführer erhalte derweil monatlich zwischen 20 000 und 25 000 Euro.

Startseite