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Energie und Gas sparen – Krisenstab eingerichtet

Mitarbeiter der Stadt Paderborn sollen zusammenrücken

Paderborn

Die Heizperiode steht unmittelbar bevor. Alle sollen Energie und vor allem Gas sparen. Das gilt nicht nur für Privatleute und Unternehmen, sondern auch für Kommunen. Die Stadt Paderborn hat daher für das eigene Haus einen Krisenstab eingerichtet.

In den Büros der Paderborner Stadtverwaltung sollen Mitarbeiter zusammenrücken. Foto: Oliver Schwabe

Eine der Ideen: Ein Teil der städtischen Beschäftigten könnte im Homeoffice arbeiten, damit Büroflächen zusammengelegt werden können. Ganze Etagen sollen in den Verwaltungsgebäuden geschlossen und nicht mehr beheizt werden. Über die Pläne wurde am Donnerstagabend im Betriebsausschuss Gebäudemanagement informiert.

Wie berichtet, hat die Stadt bereits an einigen Stellen den Rotstift angesetzt. Unter anderem wird es bis Mitte Oktober kein warmes Wasser in den Sporthallen geben. „Der Aufwand lohnt sich, wir haben bereits zehn Prozent Einsparungen“, rechnete Energiemanager Tobias Zenke vom Gebäudemanagement vor.

In den städtischen Büros wird es mit Beginn der Heizperiode nur noch maximal 19 Grad warm sein, Flure werden gar nicht mehr beheizt. Ebenso werden dezentrale Warmwasserbereiter an Handwaschbecken ausgeschaltet. Nicht betroffen von den Maßnahmen sind Schulen und Kitas, erläuterte Zenke. Allerdings sei in diesen Gebäuden auch der höchste Verbrauch: 60 Prozent der benötigten Energie fließe durch die Leitungen von Schulen und Kitas. Daher müssten auch dort Optimierungen vorgenommen werden. Das betreffe zum Beispiel die Nachmittagsstunden, wenn ein Großteil der Schule leer und nur noch wenige Räume benötigt würden. Man wolle erreichen, dass nur Bereiche innerhalb eines Wärmekreislaufs genutzt würden, um in den anderen Trakten die Temperaturen absenken zu können. Dies werde derzeit mit den Schulleitungen besprochen, erklärte der Energiemanager. Zenke: „Wir wollen Nutzungen ermöglichen, aber mit weniger Energieaufwand.“

Kämmerer Markus Tempelmann berichtete von dem Problem, dass einige der aktuellen Überlegungen zu den Energiesparmaßnahmen sich allerdings auch gegenläufig zu den Notwendigkeiten des Infektionsschutzes verhielten. Wer zum Beispiel Büroflächen zusammenlege, nehme ein Infektionsrisiko in Kauf. Und wie soll der Energieverbrauch in den Schulen gesenkt werden, wenn die Fenster wegen Corona ständig geöffnet seien? „Das ist nicht nötig, es soll erst gelüftet werden, wenn es sein muss“, sagte Zenke. Er verwies auf die CO2-Ampeln, die die Stadt angeschafft hat. Sobald diese auf Gelb schalten, müsse stoßgelüftet werden. Und das sei zweimal pro Schulstunde der Fall.

Der Kämmerer verwies darauf, dass sich der Krisenstab der Verwaltung mit weiteren Einsparmaßnahmen befasse. Dazu gehöre es auch, dass einige sanierungsbedürftigen Gebäude der Stadt freigezogen werden sollen.

Michael Dreier betonte: „Dieses Thema ist ein Thema der gesamten Stadtgesellschaft. Wir werden sparen, da wo es geht. Und wir werden die Maßnahmen intern wie extern entsprechend kommunizieren.“

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