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An der Stephanus-Grundschule Paderborn soll künftig gekocht werden

Mittagessen aus eigener Küche

Paderborn (WB). Die Schwierigkeiten bei der Mittagsverpflegung der Paderborner Schüler beschäftigen auch weiterhin die Politik. Im Schulausschuss werden morgen, Donnerstag (17 Uhr, Rathaus) gleich vier Tagesordnungspunkte zu dem Thema aufgerufen. Unter anderem schlägt die Verwaltung vor, in der Stephanus-Grundschule eine Küche einzurichten, um vor Ort zu kochen.

Maike Stahl

An der Stephanus-Grundschule will die Verwaltung als Konsequenz aus den Problemen mit der Mittagsverpflegung eine Frischküche einrichten, in der das Mittagessen für 400 Schüler und Kitakinder gekocht wird. Ein Umbau ist ohnehin geplant. Foto: Besim Mazhiqi

Die Schulleiterin der Stephanusschule, Andrea Woitschek, hatte bereits bei einer Diskussionsveranstaltung der Grünen am 31. Januar zu diesem Thema eine Zubereitungsküche für ihre Grundschule begrüßt. Beigeordneter Wolfgang Walter hatte damals daraufhin angekündigt, dass bei der anstehenden großen Sanierung und Erweiterung der Schule die Option einer Frischküche mitgeprüft werde.

Zwölf Millionen Euro für Stephanusschule

Über die damit verbundene Neuorganisation der Mittagsverpflegung soll der Schulausschuss morgen beschließen. Denn in der bisherigen Planung – die Mittagsverpflegung und Ganztagsbetreuung sollen aus dem Schulgebäude ausgelagert und in einem Neubau untergebracht werden – war zwar eine Mensa vorgesehen, die Küche sollte aber nur dem Warmhalten bereits fertig angelieferter Speisen dienen. Auf dieses so genannte Cook & Chill-Verfahren hatte sich der Schulausschuss für die Paderborner Schulen geeinigt.

Im Zuge der Belieferungsprobleme nach der Umstellung auf einen neuen Caterer im ersten Schulhalbjahr, hatten aber bereits mehrere Fraktionen angeregt, die Mittagsverpflegung an den Schulen noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Im Fall der Stephanus-Grundschule biete es sich jetzt an, im Zuge des ohnehin geplanten Umbaus auf eine Frischküche umzustellen, schreibt Schuldezernent Walter in der Begründung des Beschlussvorschlages. Das wäre allerdings mit Mehrkosten von 500.000 Euro verbunden. Diese entstehen durch zusätzliche Lager- und Kühlräume, eine Spülküche und die Anlieferung. Insgesamt sollen nach bisheriger Planung an der Stephanusschule 12 Millionen Euro investiert werden.

Essen in drei Schichten

Wenn die Frischküche gebaut wird, soll diese auch die benachbarte städtische Kita Fontane mit versorgen. Dann sei mit maximal 400 Essen täglich zu rechnen, führt Walter aus. Gegessen werden soll in drei Schichten. Derzeit besuchen 330 Schüler in 13 Klassen die Stephanus-Grundschule, die nach dem Umbau, der im Frühjahr 2020 starten soll, durchgehend vierzügig geführt werden soll. Zwei Drittel von ihnen besuchen den offenen Ganztag. Mit den 400 Essen könnte eine Versorgungsquote von 75 Prozent sichergestellt werden.

Bevor es morgen um die Stephanus-Grundschule geht, soll das Thema Mittagsverpflegung anhand von drei Anträgen aus der Politik noch einmal grundsätzlich aufgearbeitet werden. Die CDU beantragt die Einrichtung einer »Begleitgruppe zur konzeptionellen Weiterentwicklung der Schulverpflegung an Paderborner Schulen«. In dieser Arbeitsgruppe, in der Politik, Verwaltung, Schulen und Eltern mitwirken sollen, sollen für jede Schule Alternativen zur derzeitigen Mittagsverpflegung ausgearbeitet werden.

Die SPD fragt eine Reihe von Informationen zur derzeitigen Situation ab. Insbesondere soll die Verwaltung zur Umsetzbarkeit eines Quartiersküchen-Konzeptes Stellung beziehen. Die Grünen wünschen, dass die Verwaltung generell prüft, an welchen Schulen die Einrichtung von Frischküchen möglich ist.

Die Idee der Fraktion FÜR Paderborn, die Schulen darüber hinaus bei der Gründung eines ökologischen landwirtschaftlichen Betriebes zu unterstützen, steht nicht auf der Tagesordnung.

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