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NRW-Stiftung unterstützt Projekt an der Pader – Café eröffnet im September

Mühlen-Technik zum Erleben

Paderborn (WB). 1,2 Millionen Euro investiert die Biohaus-Stiftung in die Stümpelsche Mühle. Ein Glanzstück soll das Café samt Ausstellung der alten Mühlentechnik werden. Die Aufarbeitung der historischen Anlagen unterstützt die NRW-Stiftung mit einem Zuschuss von 25.000 Euro.

Ingo Schmitz

Mit 25.000 Euro unterstützt die NRW-Stiftung die Aufarbeitung der Technik der Stümpelschen Mühle. Die museale Ausstellung wird Teil des geplanten Cafés. Den Fördervertrag überbrachte gestern Karl Peter Brendel an Willi Ernst (von links). Foto: Ingo Schmitz

Die Mühle, die nur unweit vom Paderquellgebiet entfernt liegt und von der Pader angetrieben wird, ist ein besonderes Stück Paderborner Geschichte. 1810 errichtet steht sie heute zwischen dem Ring und der Innenstadt. Etliche Passanten kommen täglich an dieser malerischen Verbindung aus Natur und lebendiger Historie vorbei. Grund genug für die NRW-Stiftung, das von der Kommunalpolitik viel gelobte und beachtete Projekt von Willi Ernst und seiner Biohaus-Stiftung zu fördern. Das erläuterte gestern der frühere NRW-Staatssekretär Karl Peter Brendel, Mitglied im Vorstand der NRW-Stiftung, bei seinem Besuch in Paderborn.

»Die Mühle hat eine exponierte Lage, sie ist groß, man kommt daran vorbei, es bewegt sich. Kurz: Sie wird wahrgenommen«, erläuterte Brendel einige ausschlaggebende Gründe für die Bewilligung.

Vor vier Jahren hat die Biohaus-Stiftung rund um Willi Ernst das Mühlen-Areal an der Spitalmauer übernommen. Er hätte es gern gekauft, doch bevor es zum Vertrag kam, starb die letzte Eigentümerin. Cecilie Alfermann war demnach eine Nachfahrin des ersten Müllers Stümpel, von dem die Mühle ihren Namen hat. Die Mühle fiel der Kirche zu. Inzwischen ist die Biohaus-Stiftung Mieterin mit allen Rechten und Pflichten eines Eigentümers, wie Willi Ernst berichtet.

Zuletzt sind die Wohnungen umfangreich renoviert worden. Sieben sind bewohnt, fünf von Flüchtlingen. In Betrieb ist zudem das Wasserrad, mit dem Strom erzeugt wird. Nach Angaben von Ernst sind es mehr als 60.000 Kilowattstunden pro Jahr, die hier produziert werden. Nur 20.000 Kilowattstunden werden direkt vor Ort verbraucht, der Rest wird ins allgemeine Stromnetz eingespeist.

Aktuell laufen die Arbeiten am Hauptteil der Mühle: dem ehemaligen Arbeitsbereich des Müllers. In den 70er Jahren war die Stümpelsche Mühle still gelegt und nicht mehr genutzt worden. Teile der Maschinen wurden verkauft. Und genau in diesem Bereich soll in den nächsten Wochen ein rustikales Café mit musealer Ausstellung entstehen. Die Eröffnung peilt Willi Ernst für Ende September an.

Ein Pächter ist gefunden: Nach Angaben von Willi Ernst will sich das Café Röhren hier ein zweites Standbein einrichten. Verpflichtung ist, dass hier Flüchtlinge im Service eingesetzt und ausgebildet werden. Das Angebot werde einen Bogen von exotisch bis ostwestfälisch schlagen – von Baklava bis Pumpernickel. Im Innenbereich der Mühle sind 80 Sitzplätze auf drei Ebenen geplant. Hinzu kommt eine 100 Quadratmeter große Terrasse direkt am Paderufer. Zwischen Getränken und Speisen wird es historisch zugehen. »Wir wollen hier zeigen, was eine Mühle ist und wie sie funktioniert. Neben den technischen Anlagen wird es auch digitale Visualisierungen geben«, erläutert Willi Ernst.

Unterstützt wird das Mühlenprojekt unter anderem vom Verein der Freunde der Pader, Heimatverein sowie Stadt Paderborn.

NRW-Stiftung

Seit Ende der 80er Jahre hat die NRW-Stiftung in den Kreis Paderborn insgesamt 6,6 Millionen Euro an Fördergeldern fließen lassen. In Paderborn förderte sie bereits die Wasserkunst (60.000 Euro) und die Erneuerung der Freilichtbühne Schloss Neuhaus mit 80.000 Euro. Das Geld für die Förderungen erhält die NRW-Stiftung überwiegend aus Lotterieeinnahmen von Westlotto, aber auch aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen.

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